Dieses Meisterwerk der Uhrmacherkunst besticht mit seinen filigranen Details und Feinheiten. Deshalb sollte man sich schon etwas mehr Zeit nehmen für dieses Kunstwerk.
Die astronomische Uhr am Schramberger Rathaus wurde von Ulmer Turmuhrenfabrik Phillipp Hörz gebaut und zeigte erstmals am Samstag, 5. Juli 1913, was die Stunde geschlagen hat.
Neben Zeitangaben verkörpert dieses einzigartige Kunstwerk eine Vielzahl astronomischer Erscheinungen: die Schramberger Ortszeit, den Sterntag, den Lauf der Sonne durch den Tierkreis, den Mond und seine Phasengestalten bei seiner monatlichen Wanderung durch den Tierkreis, Datum und Monat, Sonnenauf- und Sonnenuntergänge sowie Sonnen- und Mondfinsternis.
Auf dem äußeren Ring zeigt ein Sonnenzeiger in Form eines Sonnengesichts die mittlere Ortszeit von Schramberg an. Diese Zeit liegt etwa 26 Minuten hinter der Mitteleuropäischen Zeit. Die Zählung beginnt mittags, wenn die Sonne ihren höchsten Stand erreicht, bei „24“ (gleich „0“). Der Sonnenzeiger dreht sich in 24 Stunden einmal komplett um den Ring – etwas langsamer als der Tierkreisring mit seinen zwölf Sternbildern im Hintergrund. Auf dem Kalenderring zeigt der Zeiger außerdem zusammen mit seiner Sonnenzeigerstange das aktuelle Tagesdatum an.
Der Mond wird durch eine Kugel dargestellt, die halb vergoldet, halb schwarz ist und auf einer Zeigerstange sitzt. Innerhalb eines Monats wandert sie durch den Tierkreis. Dabei dreht sich die Kugel auch um sich selbst, sodass die aktuellen Mondphasen sichtbar werden.
Ein Drache zeigt die Schnittlinie zwischen den Bahnen von Sonne und Mond an. Finsternisse finden statt, wenn bei Neumond (Sonnenfinsternis) oder Vollmond (Mondfinsternis) die Zeiger dem Drachenzeiger sehr nahe kommen.