07.07.2021

Quelle gut – alles gut!

Den Ruf des Schwarzwalds als „Deutschlands schönste Genießerecke“ untermauern neben den kulinarischen Spezialitäten auch die sagenhaft guten Mineralwässer.
 Von Reinhold Wagner

Erfrischung am Brunnen

Familienausflug mit Erfrischung am Brunnen – © Chris Keller/Schwarzwald Tourismus

Container

So viel Wasser trinken ...

 Zootiere

Toni trinkt sein Wasser gerne pur und ohne Kohlensäure. 120 Liter kann das Kamel im Karlsruher Zoo aufs Mal die Kehle hinunterspülen. Bis zu 15 Liter schafft die Elefantendame Rosy im Basler „Zolli“ in einem Zug, 50 bis 70 Liter an einem Tag. Beide gehören einer Gattung an, die in der freien Natur oft lange Zeit ohne Wasser auskommen muss. Aber wenn es irgendwo Wasser gibt, muss man es trinken bevor andere es tun.

Wir Menschen benötigen Wasser nicht nur zum Trinken: Wir waschen, baden, duschen und kochen mit Trinkwasser. Selbst das Wasser in Frei- und Hallenbädern muss bei uns Trinkwasserqualität besitzen.

Doch nicht in allen Regionen Deutschlands, schon gar nicht der Welt, ist die Trinkwassergewinnung so einfach und so effizient wie im Schwarzwald.

 

Allein wer an die Vielfalt der Schwarzwälder Mineralwässer denkt, dem fallen auf Anhieb etliche Markennamen ein: Peterstaler, Griesbacher, Bad Dürrheimer, Teinacher, Lieler… Der Schwarzwald hat eine Fülle an erstklassigen Heil- und Mineralwässern zu bieten. Und wer die lokalen Wasserversorger fragt, dem wird häufig bescheinigt, dass das Wasser direkt aus dem Hahn mit zu den besten in ganz Deutschland zählt. Doch woran liegt das?

Ein Werbespruch aus der Mineralwasserbranche besagt: „Ein reines Wasser muss durch einen tiefen Stein.“ Schaut man sich das Umfeld des Schwarzwalds an, trifft man im Osten auf die Schwäbische Alb – ein zerklüftetes Kalkgebirge, durch dessen poröses Material Regenwasser in kürzester Zeit praktisch ungereinigt und stark angereichert mit Kalk hindurchsickert. Schließlich wird das Regenwasser von einer lehmigen Schicht im Untergrund aufgefangen und tritt an einer Abbruchkante zu Tage. Solche Quellen können optisch ein wahrer Augenschmaus sein, denn der ausfallende Kalk-Tuff bringt Kaskaden schönster Sinterwasserfälle hervor.

Qualität im Boden

Wasser ist nicht gleich Wasser

Ähnliche Phänomene sind in der Wutachschlucht und am Dinkelberg am südlichen Schwarzwaldrand anzutreffen. Die Trinkwasserqualität lässt allerdings nicht nur dort zu wünschen übrig: Die Rheinebene im Westen und das Gäu im Osten sind zu flach.

Nur an den höchsten Erhebungen des Schwarzwalds, dort, wo der Niederschlag durch dicke Lagen aus Granit, Gneis und Buntsandstein sickern muss, stets angewiesen auf feinste Klüfte und Unregelmäßigkeiten im Gestein, findet man Quellwasser von höchster Reinheit und mit wertvollen Mineraliengehalten.

Je länger das Bodenwasser durch die Gesteinsschichten fließt, desto besser die Filterwirkung, und desto höher die Mineralienaufnahme. Je nach Zusammensetzung des Gesteins kommen so an der Quelle oder an einem Bohrloch in der Tiefe unterschiedlich mit Mineralien und Spurenelementen angereicherte Wasser zum Austritt. In manchen Fällen ist das Wasser sogar schon auf natürliche Weise mit Kohlensäure versetzt. Die Schwarzwälder wussten früh darum, diese Gunst zu nutzen.

Mehr Infos und Adressen bei Schwarzwald Tourismus unter Tel. 0761.896460 und im Internet unter www.kulinarisch-schwarzwald.info

Reinhold Wagner

Über den Autor

Reihold Wagner

Reinhold Wagner ist freier Autor, Text- und Bildjournalist aus Freiburg. Er schreibt und fotografiert für Magazine, Bücher und Sonderseiten der Zeitung, um seine Erlebnisse in zeitlosen Reportagen mit möglichst vielen Lesern zu teilen. Ob E-Bike, Segway, Zipline oder Kajak, Abheben im Ballon oder Abtauchen ins Bergwerk – der Outdoor-Fan, Biologe und Naturfreund ist überall mit dabei. Er kennt und erlebt den Schwarzwald und die Regio immer wieder von Neuem aktiv, mit allen Sinnen und aus ständig wechselnden Perspektiven.