Tipp Wanderungen

Durch das idyllische Monbachtal und die romantische Wolfsschlucht zur Fachwerkstadt Calw

Schwierigkeit Mittel
Länge 17.8 km Dauer 05:00 h
Aufstieg 400 m Abstieg 370 m
Höchster Punkt 555 m Niedrigster Punkt 310 m
Natur und Kultur verbindet diese faszinierende Tour im Nagoldtal auf dem Weg von Bad Liebenzell nach Calw.
Eigenschaften aussichtsreich, geologische Highlights, Streckentour, Einkehrmöglichkeit, kulturell / historisch, botanische Highlights
Kondition
Technik
Erlebnis
Landschaft
Beste Saison
  • Jan
  • Feb
  • Mär
  • Apr
  • Mai
  • Jun
  • Jul
  • Aug
  • Sep
  • Okt
  • Nov
  • Dez

Die Kurstadt Bad Liebenzell im Nagoldtal südlich von Pforzheim ist Ausgangspunkt dieser abwechslungsreichen Wanderung, die fast zur Hälfte dem Ostweg des Schwarzwaldvereins folgt.

Besonders reizvoll auf dem Weg sind zwei Schluchten:

Die Monbachschlucht entstand vor rund 350.000 Jahren zwischen der Günz- und Mindeleiszeit, als sich die Nagold in den Buntsandstein des Monbachtals eingeschnitten hat. Gewaltige Wassermassen transportierten Geröll und Steine hierher und formten so die malerische Schlucht. Sie ist mit ihrem Oberlauf als Naturschutzgebiet „Monbach, Maisgraben und St. Leonhardquelle“ geschützt, um ihre Natürlichkeit zu erhalten. So bleiben umgestürzte Bäume im Bachbett liegen und der Wanderer muss auf teils rutschigen Trittsteinen mehrmals die Seiten wechseln.

Weniger bekannt ist die Wolfsschlucht bei Ottenbronn in einem Seitental der Nagold. Dafür ist sie noch romantischer, aber auch schwieriger zu begehen.

Im kleinen Ort Hirsau wurde im Jahr 830 das damals größte deutsche Kloster gegründet. Mit der Hirsauer Reform war das Benediktinerkloster St. Peter und Paul im 11./12. Jahrhundert das bedeutendste Reformkloster nördlich der Alpen.

Ziel der Tageswanderung ist die denkmalgeschützte Altstadt von Calw mit ihren schmucken Fachwerkhäusern. Hier wurde 1877 der Schriftsteller und Nobelpreisträger Hermann Hesse geboren.

Wegbeschreibung

Vom Haltepunkt der Bahn in Monbach-Neuhausen gehen wir in Richtung Bad Liebenzell und treffen auf den Wegweiser „Monbachsiedlung“ des Schwarzwaldvereins. Wenige Meter später folgen wir den Holzschildern „Monbachtal“ nach links und mitten durch das Gelände des Café Monbachtal.. An einem Minigolfplatz vorbei, verlassen wir den befestigten Weg und treffen auf den mit der schwarz-roten Raute markierten Ostweg. Er führt uns die nächsten 3 km durch das verschlungene Monbachtal, das hier die Grenze zwischen dem ehemaligen Großherzogtum Baden und dem Königreich Württemberg bildete. Nach 1 km passieren wir zum ersten Mal auf Trittsteinen den plätschernden. Wo eine breite Holzbrücke nach rechts zu einem Grillplatz mit Schutzhütte führt, gehen wir geradeaus weiter. Ein weiteres Mal passieren wir auf Trittsteinen den Monbach - das Tal wird immer mehr zur Schlucht.

Dann erreichen wir den malerischen Wasserfall, der von Buntsandsteinfelsen umrahmt wird. Gleich darauf lädt die Rolf-Hammann-Hütte des Schwarzwaldvereines zu einer Rast ein.

Bis zur „Monbachbrücke“ haben wir noch weitere vier Mal die Gelegenheit, auf Steinen balancierend, den romantischen Monbach zu überqueren. Dann biegt der Ostweg links nach Pforzheim ab. Wir folgen nun der blauen Raute geradeaus in Richtung Möttlingen – über die Standorte „Pumpwerk Monakam“ und „Allmend“.

Am Waldrand biegen wir rechts ab mit der gelben Raute nach Unterhaugstett und gehen nach der Christuskirche links über die Weckartshäuser aus dem Ort hinaus, "Beim Wasserturm" weiter zur Dachsbauhütte und auf dem Wolfsschluchttrail über die Dietersbachhalde zur Gabelung "Hummelberger Höhe". Bei ungünstigen Witterungsverhältnisssen oder wenig Erfahrung in schwierigem Gelände empfiehlt es sich dringend, nach rechts über den "Ernstmühler Berg" zum unteren Eingang der Wolfschlucht weiter zu gehen.

Die anspruchsvolle Variante führt in Richtung Bronnbach bis zur Unterhaugstetter Straße, dort scharf rechts ab und auf dem unmarkierten Wannenhauweg entlang des Brombachs abwärts. Dabei passieren wir die obere Holzbrücke, die wieder zu einem Pfad neben der Fahrstraße führt. Steil abwärts und teilweise ausgesetzt führt der schmale, rutschige und ungesicherte Wolfsschluchtpfad entlang des Brombachs zur unteren Holzbrücke. Dahinter treffen wir wieder auf den von rechts oben kommenden Ostweg, der uns auf den „Ottenbronner Berg“ und bis Calw begleiten wird.

Im Nagoldtal angekommen, blicken wir schon vor Hirsau auf die Ruinen der imposanten Klosteranlage und bald darauf auf die Brückenskulpturen. Den historischen Bogen zwischen der Klostergründung und der verkehrstechnischen Gegenwart hat der Künstler Peter Lenk mit „Drei Zeitzeugen für die neue Hirsauer Brücke“ gespannt: Abt Wilhelm, der sittenstrenge Gründer des Klosters, dessen Brandstifter und Zerstörer General Melac und die Rockerbraut, die sich nicht für Kirchengeschichte interessiert und einfach davonbraust.

Beim „Aureliuskloster“ biegen wir rechts ab nach „Hirsau“ und überqueren schließlich die Nagold. Rechterhand sehen wir die Ruinen des ehemaligen Klosters St. Peter und Paul. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde es 1692 von französischen Truppen zerstört. Anschließend geht es weiter auf dem Ostweg über den „Altburger Weg“ hoch über Hirsau nach Calw (3,5 km). Zuvor passieren wir den „Schinderbach“.

Die fachwerkgeschmückte Altstadt von Calw erreichen wir durch die Inselgasse zum Standort „Unteres Ledereck“. Auf der rechten Seite steht in der Lederstraße 39 das Haus Schnaufer. Es gilt als das schönste Fachwerkhaus von Calw. Wo der Ostweg geradeaus zum „Calwer Markt“ führt, biegen wir nach rechts in die Biergasse zur Nonnen- und Postgasse ab. Vom Hermann-Hesse-Museum am Marktplatz sind es nur wenige Meter zum Haus Schaber auf der linken Seite. Es war das Elternhaus von Hermann Hesse. Sein Schulweg führt weiter durch die Marktstraße zum Hermann-Hesse-Platz. Der liebste Platz des berühmtesten Sohns Calws war jedoch die nahe gelegene Nikolausbrücke über die Nagold. Hier steht eine lebensgroße Statue von ihm „zwischen Verweilen und Aufbruch“.

Auch wir müssen nach dem kurzweiligen Aufenthalt im schönen Calw weiterziehen. Für den Rückweg wählen wir aber die Marktbrücke zum Bahnhof. Von dort bringt uns schließlich die Kulturbahn wieder zum Ausgangspunkt der Wanderung zurück.

Sicherheitshinweis Für die Wanderung durch das Monbachtal ist absolute Trittsicherheit erforderlich, da der Bach öfters über Steine passiert werden muss. In der Wolfschlucht führt der Weg über Felsen und teils rutschigen Untergrund abwärts. In umgekehrter Richtung ist die Wanderung daher sicherer. Sie sollte nur bei trockener Witterung und nicht nach starken Regenfällen durchgeführt werden.
Ausrüstung Feste Wanderschuhe; evtl. Wanderstöcke
Tipp des Autors Durch die Nähe zu Bad Liebenzell ist das Monbachtal an Wochenenden und in der Ferienzeit stark frequentiert. Wer die Einsamkeit bevorzugt, sollte diese Zeiten meiden
Startpunkt Monbach-Neuhausen
Öffentliche Verkehrsmittel Anfahrt mit der Kulturbahn zwischen Tübingen und Pforzheim zum DB-Bedarfshaltepunkt Monbach-Neuhausen; zurück ab dem Bahnhof Calw.

Fahrplanauskunft:

Nahverkehr Baden-Württemberg: www.efa-bw.de

Deutsche Bahn AG: www.reiseauskunft.bahn.de

PKW Über die B 463 zwischen Pforzheim und Calw
Parken Wanderparkplatz Monbachtal an der B 463

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Weitere Informationen

Stadtrundgang: Fachwerk in Calw

Dies ist keine offizielle Tourenbeschreibung des Wegebetreibers, vielmehr der rein private Wandervorschlag des Autors. Für die Aktualität der Informationen kann daher keine Gewähr übernommen werden.

Tour im Wanderservice des Schwarzwaldvereins: www.wanderservice-schwarzwald.de/de/tour/1487289