Jostal Uhren - Modell Bannwald (von links), Modell Nunatak und Modell Feldberg – © Jostal Uhren
Schwarzwalduhren von heute
Als kleiner Junge durfte er im urgroßväterlichen Uhrenbetrieb in Freiburg an alten Weckern hantieren, sich an der Mechanik ausprobieren und den Kundenwünschen, die tagtäglich in das kleine, seit 1900 bestehende Freiburger Ladengeschäft getragen wurden, lauschen. Das Geschäft schloss in den 1970er Jahren seine Pforten. Der junge Christian entschloss sich daraufhin für einen anderen Weg – den der Geisteswissenschaften und promovierte über Gottfried Kellers Literatur. Dann floss viel „Wasser die Dreisam hinunter“, lacht Stotz, und schließlich war es 2025 so weit: „Ich wollte das Erbe meiner Familie auf eine Art weiterführen.“
Er war nie wirklich Handwerker gewesen, aber dennoch steckte in ihm diese tiefe Liebe zum Handwerk und zur Tradition der Schwarzwalduhren – mitsamt dem Bekenntnis zur Region. Der Name der Uhrenfirma war schnell klar: Jostal Uhren. Denn dort, im idyllischen Jostal bei Titisee-Neustadt, verortete er glückliche Jahre; dort stand das geliebte Ferienhaus der Familie. Die beiden ersten Modelle tragen die Namen „Feldberg“ und „Bannwald“. Das neueste Modell heißt „Nunatak“: In der Sprache der Inuit ist das ein Felsen oder eine Bergspitze, die aus Eis und Schnee herausragt und somit als Landmarke zur Orientierung dient.
Insgesamt geht es bei Jostal Uhren viel um Orientierung, getreu dem Motto: Du musst wissen, wo du herkommst, ehe du wissen kannst, wohin du gehst. Die Modelle sind nicht nur schön und elegant, sondern auch praktisch und robust: Mit dem integrierten Sonnenkompass lässt sich spielend einfach die Himmelsrichtung bestimmen – ganz ohne Hightech-Schnickschnack.
Ganz klar ist der Schwarzwald mit all seinen Werten und Besonderheiten der Nordstern, der Meridian, der Nullpunkt oder der kartografische Maßstab – von hier aus nimmt alles seinen Lauf, genauso wie einst die berüchtigten Uhrenträger die berühmte Kuckucksuhr in alle Welt trugen. Noch immer steht der Schwarzwald für eine einzigartige Qualität in Verbindung mit Weltoffenheit. Genau das fasziniert Firmengründer Stotz bis heute.
Das Präzisionsuhrwerk, das sich durch Bewegung selbst auflädt, kommt ganz ohne Elektronik aus und wird in Pforzheim, dem Tor zum Schwarzwald, hergestellt (die traditionsreiche und einst den Weltmarkt dominierende Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie lässt sich etwa im Technischen Museum entdecken). Sämtliche Materialien werden nachhaltig produziert und dort in filigraner Handarbeit montiert. Nachhaltigkeit ist jedoch nicht nur die Reduktion von CO₂: So kommen beispielsweise die Lederetuis, in denen die Uhren verschickt werden, aus der Region Kiew in der Ukraine – Hilfe zur Selbsthilfe.
Besonders wichtig ist Stotz der Wille zum Erhalt der Kulturlandschaft im Schwarzwald. So geht pro Höhenmeter des höchsten Berges im Schwarzwald – des Feldbergs mit seinen 1.493 Metern – ein Cent in die Kasse des Naturparks Südschwarzwald. Sprich: 14,93 Euro pro verkaufte Uhr. Die Liebe steckt also wirklich im Detail.
Diese Uhren zu beschreiben, gleicht ein wenig dem Versuch, den Schwarzwald zu erklären. Man kann ihn geografisch, kulturell, geschichtlich oder gar mystisch zu charakterisieren versuchen – ganz zu fassen bekommt man ihn in seiner Gänze wohl nie. Denn er entspricht, genau wie die Grundidee der Jostal Uhren, einem Gefühl, das sich nur schwer in Worte fassen lässt.
Aber eines ist sicher: Er ist erlebbar – und ein Weggefährte bleibt er für immer. Genau das ist Sinn und Zweck einer Jostal-Tool-Watch.
Weitere Infos zu den Uhren unter www.jostal-uhren.de