World of Living

Die Halle der Kreation in der World of Living von WeberHaus in Rheinau-Linx. – © WeberHaus Rheinau-Linx

Lebenswelten zum Anfassen

von Jens Grosskreuz

Der Schwarzwald steht seit jeher für herausragende mittelständische Familienunternehmen: WeberHaus aus Rheinau-Linx in der Ortenau gehört ohne Zweifel dazu. Als Hans Weber 1960 als gelernter Zimmermann den Fertighaushersteller gründete, schwebte ihm eine besondere Vision vor, die noch heute das Firmenmotto prägt: „Die Zukunft leben“.
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Wie das Ganze aussehen kann, ist kein Geheimnis – man kann den Pioniergeist, den Mut und die ökologische Verantwortung erleben, und zwar in der „World of Living“. Diese macht seit 2000 auf einem insgesamt rund 75.000 Quadratmeter großen Parkgelände sukzessive das visionäre Denken des Zimmermeisters erfahrbar. 

Bevor man die „World of Living“ betritt, führt die Anfahrt an wunderbaren Fachwerkhäusern vorbei. Bereits hier erahnt man das jahrhundertealte Handwerk des Häuslebaus: gepflegte Fassaden, organisch gewachsen, schmuckvoll gestaltet und herrlich fürs Auge. Mein siebenjähriger Sohn Wim und ich machen einen Sonntagsausflug in die Rheinebene. Das Wetter ist ein Traum und ich verspreche ihm, dass er sowohl die Wohnsituation aus der Steinzeit als auch futuristische Weltraumwohnungen erleben kann. „Wie soll das denn gehen?“, fragt er mich kritisch. Ganz einfach – im „Universum der Zeit“! 

Wir „beamen“ uns 28.800 Jahre durch die Geschichte: Von den Höhlenmenschen über Ägypten und Rom, durchs Mittelalter, vorbei an Nomadenvölkern und Südseebewohnern – bis wir schließlich in einer Raumstation, genauer gesagt in einem Weltraumhotel, landen. Wahnsinn, oder? Wir schlendern gemütlich durch alle Lebenswelten, kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus, und am Ende treten wir wieder ins echte Sonnenlicht – und sind doch froh, im Hier und Jetzt zu leben. 

Dann erreichen wir den Erlenpark mit den Musterhäusern von WeberHaus. Vom Baumhaus bis hin zur mondänen Luxusvilla – alles eingebettet in liebevoll gestaltetes Grün. Alles geht harmonisch ineinander über, nichts wirkt wie ein Fremdkörper. Quakende Frösche in Teichen mit Seerosen, erfrischendes Design, wohin man blickt – in den Musterhäusern ebenso wie in den bunten Blumenteppichen. Ein zentrales Element, das über allem steht, ist die Faszination Holz. Man merkt: Hans Weber war ein „Holzwurm“ und hat diese Ressource schon immer geschätzt – ein Schwarzwälder durch und durch. 

Überhaupt schwingt hier eine gewisse kindliche Freude mit: Der Abenteuerspielplatz ist keine nette Zugabe, sondern liegt mitten im Herzen des Parks. Vielleicht ist es genau diese „Behaglichkeit“, die Hans Weber als Ziel seiner Häuser formuliert hat und die hier spürbar wird: Man fragt sich unweigerlich, wie es einem Unternehmer gelingt, mit Innovationsgeist und Beharrlichkeit Maßstäbe in einer ganzen Branche zu setzen. Immerhin ist WeberHaus eine der größten Erfolgsgeschichten der deutschen Bauwirtschaft: Zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Artikels sind sage und schreibe 41.000 Häuser entstanden und in ganz Europa aufgebaut worden. 

Nach so vielen Eindrücken gönnen wir uns eine Pause und ein paar Leckereien in Webers hauseigenem Restaurant „Hauszeit“. Die Qualität zieht sich wie ein roter Faden durch alles: Die „Halle der Kreation“ zeigt Musterbeispiele für Wohninterieur wie Fliesen, Türgriffe oder Polsterstoffe. Wohnwelten zum Anfassen. 

Auf der Heimfahrt beobachte ich meinen Junior mit verstohlenen Blicken, stelle fest, dass die Zukunft längst begonnen hat, und frage mich, wie er wohl in 30 Jahren leben wird. Womöglich in einem Weber-Baumhaus? Ich würde es ihm gönnen! 

Info:

Eine Führung auf dem Werksgelände ist auf Anfrage möglich. Der Eintritt in die „World of Living“ kostet 6 Euro für Erwachsene, Jugendliche von 12 bis 17 Jahren zahlen 3 Euro, Kinder bis 11 Jahre haben freien Eintritt. Geöffnet dienstags bis sonntags und an allen Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Mehr Infos unter www.weberhaus.de.