Das Logistikzentrum der Peterstaler Mineralquellen GmbH in Oberkirch-Nußbach – © Peterstaler Mineralquellen GmbH
100 Jahre Peterstaler Mineralquellen GmbH
Lieber Herr Bähr, am 13. März 1926 wurde Peterstaler Mineralquellen GmbH gegründet. Erste Erwähnungen gehen schon zurück bis 1837. Können Sie uns die wichtigsten Meilensteine kurz skizzieren?
Klaus Bähr: Die Mineralquelle wurde 1837 entdeckt und das Wasser anfangs noch in Tonkrügen abgefüllt. Die Peterstaler Mineralquellen GmbH wurde 1926 durch Emil Huber gegründet und von der Familie Huber drei Generationen lang geführt. Bereits nach wenigen Jahren stieg man zum bedeutendsten Mineralbrunnen in Baden auf und führte schon in den 1930er-Jahren neben Mineralwasser auch Limonaden im Sortiment. 1941 kaufte man die Rippoldsauer Mineralquellen dazu, 1962 die Sophienquelle. Ein besonderer Meilenstein in der Firmengeschichte war im Jahr 2000 die Entdeckung unserer Erfolgsmarke „Black Forest“. Im Jahr 2007 übernahm der Kehler Unternehmer Alexander Schreibeisen als Mehrheitsgesellschafter die Firma und investiert seither in großem Umfang in die erfolgreiche Entwicklung in ganz Deutschland.
Peterstaler ist mit seiner jungen Marke „Black Forest“ in aller Munde: Platz 3 unter 200 stillen Mineralwässern in Deutschland, Ökotest-Note „Sehr gut“. Was hat dieses Wasser, was andere nicht haben?
Es ist Deutschlands kochsalzärmstes Mineralwasser und im Geschmack besonders sanft. Durch seine niedrige Mineralisierung ist es ideal für Babynahrung und wird von Gesundheitsexperten bei Bluthochdruck und für Diabetiker empfohlen. Das Marketing von „Black Forest“ wurde mehrfach prämiert, unter anderem mit einem „red dot design award“ und die Qualität in Tests mit „sehr gut“ bewertet. Die Kunden lieben es – eine „love brand“, wie man es in Deutschland sonst nur von ganz bekannten Marken wie Nivea, Haribo oder Mercedes kennt.
Alle stillen Wasser sind tief. Können Sie uns ein bisschen was über die geheime Quelle erzählen? Haben sich die Bestandteile von Peterstaler Mineralwasser in den letzten 100 Jahren geändert?
Wir führen drei Wassermarken aus drei unterschiedlichen Quellen: Peterstaler aus der Peterstaler Mineralquelle, Black Forest aus der Hans-Jakob-Quelle und Schwarzwaldperle aus der Renchtalquelle. Die Quellen sind unterschiedlich in Herkunft, Gestein und Tiefe, unterschiedlich im Geschmack und haben unterschiedliche Bestandteile wie Mineralstoffe und Spurenelemente, die über die Jahre im Wesentlichen konstant bleiben. Wasser ist nicht gleich Wasser, man schmeckt die Unterschiede und jeder kann sich sein Lieblingswasser nach seinen individuellen Präferenzen aussuchen.
Was kann Mineralwasser, besonders das aus dem Schwarzwald, im Vergleich zum Wasser aus dem Hahn?
Mineralwasser ist ein Naturprodukt von ursprünglicher Reinheit. So wie es an der Quelle entspringt, wird es in Flaschen abgefüllt. Wasser aus dem Hahn dagegen ist ein industriell aufbereitetes Produkt, das durch unterschiedliche Verfahren unter Einsatz von Chemikalien als Trinkwasser für den Verzehr hergestellt wird.
Die Kunden lieben es – eine „love brand“, wie man es in Deutschland sonst nur von ganz bekannten Marken wie Nivea, Haribo oder Mercedes kennt.
Klaus Bähr
Wasser ist die Essenz allen Lebens: Haben Sie ein paar praktische Tipps für den Alltag in puncto Wasser?
Wichtig ist zunächst einmal, genügend zu trinken, und zwar nicht erst, wenn sich der Körper bemerkbar macht und erste Mangelerscheinungen auftreten. Zwei Liter am Tag dürfen es gerne sein, an heißen Tagen oder bei viel Sport entsprechend mehr. Und wenn man viel trinkt, empfiehlt es sich, auf Mineralwässer mit wenig oder gar keiner Kohlensäure zuzugreifen, das ist in größeren Mengen einfach bekömmlicher.
Gab es besonders „durstige“ Jahre, wenn man auf die vergangenen Dekaden blickt?
Der bislang höchste Pro-Kopf-Verbrauch von Mineral- und Heilwasser wurde mit 148 Litern im Jahr 2018 ermittelt. In den letzten 50 Jahren hat sich der Pro-Kopf-Verbrauch fast verzehnfacht.
Wasser in Glasflaschen versus PET-Flasche – können Sie uns ein paar Vor- und Nachteile mit auf den Weg geben?
Wasser in Glasflaschen hat den Vorteil, dass die Haltbarkeit nahezu unbegrenzt ist und die Haptik überzeugt. PET-Flaschen bestechen durch ihr niedriges Gewicht und die Unzerbrechlichkeit, damit sind sie gerade für unterwegs, beim Sport oder für Kinder ideale Begleiter. Viele Kunden trinken daher „anlassbezogen“.
Sie lieben den Schwarzwald und Sie lieben sein Quellwasser. Was fasziniert Sie jeden Tag daran?
Der Schwarzwald steht für seine herausragenden Produkte, wie die weltbekannte Schwarzwälder Kirschtorte, der Schwarzwälder Schinken oder Schwarzwälder Kirschwasser. Man kann die Landschaft und ihr Lebensgefühl in vielen Facetten riechen, schmecken und genießen. Dazu gehört auch das wunderbare Mineralwasser aus dem Schwarzwald, das uns die Natur schenkt und das wir seit Generationen vermarkten dürfen.
Sie haben vor mehr als 25 Jahren „Schwarzwaldperle“ eingeführt – diese Flasche ziert auch das Logo der Ferienregion Schwarzwald mit dem passenden Claim „herz. erfrischend. echt“. Können Sie ein paar Worte dazu sagen?
Die Idee dahinter war, dass man den Tourismus und seine Produkte zusammenbringt und gegenseitig für sich werben könnte. Für den Schwarzwald war es damals noch recht neu, andere Destinationen wie Südtirol mit ihrer Gemeinschaftswerbung mit Wein oder Äpfeln waren uns da voraus. Als wir die Verantwortlichen der Schwarzwald Tourismus GmbH darauf angesprochen haben, ob wir so etwas nicht auch auf die Beine stellen können, waren sofort alle Feuer und Flamme. Und gemeinsam haben wir die Marke „Schwarzwaldperle“ auf den Markt gebracht und seither millionenfach Kunden für den Schwarzwald und seine Produkte begeistern können.
Können Sie uns Ihre Vision für die nächsten zehn Jahre geben?
Bei all den vielen Veränderungen unserer Zeit ist es wichtig, dass es über die Jahre auch verlässliche Konstanten für die Menschen gibt. Dazu zählen gute regionale Produkte wie unser Mineralwasser oder Urlaub in unserer wunderschönen Heimatregion, dem Schwarzwald. Beides wird auch in zehn Jahren und darüber hinaus noch eine wichtige Rolle spielen, vielleicht sogar noch mehr als heute.
Mit Investitionen von über 30 Millionen Euro haben die Peterstaler Mineralquellen im Jahr 2025 große Erweiterungsmaßnahmen in Bad Peterstal und Bad Rippoldsau erfolgreich umgesetzt und einen großen Schritt in die Zukunft gemacht. Dafür wurden zwei neue, zusätzliche Abfüllanlagen in Betrieb genommen, eine neue Logistikhalle gebaut und in Automatisierung investiert. Das 1926 gegründete Unternehmen führt eine Auswahl verschiedener Mineralwässer und ein breites Sortiment an spritzigen Schorlen, prickelnden Limonaden sowie Sport- und Vitamingetränken. Peterstaler feiert in diesem Jahr das 100-jährige Jubiläum und beschäftigt mittlerweile mehr als 240 Mitarbeiter an den Firmenstandorten in Bad Peterstal, Bad Rippoldsau, Oberkirch-Nußbach sowie Mannheim und konnte 2025 Rekordabsätze verzeichnen. www.peterstaler.de und www.kulinarischer-schwarzwald.info