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Frühmorgens, wenn die Hähne kräh'n,

Eh' noch der Wachtel Ruf erschallt, 

Eh' wärmer all' die Lüfte weh'n,

Vom Jagdhornruf das Echo hallt,

Dann gehet leise nach seiner Weise

Der liebe Herrgott durch den Wald.

 

Die Quelle, die ihn kommen hört

Hält ihr Gemurmel auf sogleich,

Auf daß sie nicht in Andacht stört,

So Groß als Klein im Waldbereich,

Die Bäume denken: „Nun laßt uns senken

Vorm lieben Herrgott das Gezweig!“

 

Die Blümlein, wenn sie aufgewacht,

Sie ahnen auch den Herrn alsbald

Und schütteln rasch den Schlaf der Nacht

Sich aus den Augen mit Gewalt

Und flüstern leise ringsum im Kreise:

„Der liebe Gott geht durch den Wald.“

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Über den Autor

Leberecht Blücher Dreves

Leberecht Blücher Dreves (*12.09.1816 in Hamburg,+ 19.12.1870) in Feldkirch (Vorarlberg) war ein deutscher Schriftsteller und Geistlicher, der im 19. Jahrhundert lebte. Sein Werk „Waldandacht“ aus dem Jahr 1836 ist eine spirituelle Betrachtung, die die Natur, insbesondere den Wald, als Ort der Einkehr, Besinnung und Gotteserfahrung nutzt. Solche Andachten sind typisch für die romantische Zeit, in der die Natur als Spiegel göttlicher Schöpfung und als Mittel zur inneren Einkehr geschätzt wurde.

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