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Brandaktuell

Schwarzwald-Lesestoff

Der Sagen-Code: Per Scan in eine andere Welt

Beate Hackenberg

Der Sagen-Code: 

Per Scan in eine andere Welt

Haben Sie schon einmal von einem Mummel, Schrecksel oder vom Fürchtefürst Gaspar Gnadlos gehört? Nein? Dann geht es Ihnen genauso wie der Protagonistin Anne in „Der Sagen-Code“: Die 13-Jährige wird mittels einer App, die virtuelle Dinge real werden lässt, in ein großes Abenteuer hineingezogen und trifft auf obige und viele weitere fiktive Sagengestalten, die das Buch der Schwarzwälder Autorin Beate Hackenberg bevölkern. Der Clou: Die jugendlichen Leserinnen und Leser (ab 10 Jahren) können in dem Mitmach-Fantasyroman selbst miträtseln, es geht um sechs magische Schlüssel, die nicht in die falschen Hände geraten dürfen. Die insgesamt 17 Rätsel sind per QR-Code anzusteuern, ein Handy mit Scanner-App wird also fast zwingend benötigt – alternativ sind die Rätsel am Ende des Buches aber auch nochmal separat aufgeführt.

Mit ihrem Debüt nimmt Hackenberg Bezug auf die vielfältige und mythische Schwarzwälder Sagenkultur und trägt ihren Teil zu einer fantasievollen Verschmelzung aus traditionellem Kulturgut und moderner Gegenwart bei. Die studierte Grafikdesignerin hat die 224 Seiten ihres Romans auch mit zahlreichen eigenen Illustrationen verziert. Ein Buch, das Jugendlichen sicherlich Freude am Lesen macht, die Fantasie anregt und Neugierde auf Neues weckt. Weitere Bücher sollen folgen. 

Beate Hackenberg: Der Sagen-Code: Per Scan in eine andere Welt. Der Mitmach-Fantasyroman für Kinder mit Illustrationen der Autorin. tredition GmbH Hamburg, 2021. 224 Seiten.

Seemännle-Haselbub-Melusine

Steph Burlefinger 

Vom Seemännle, dem Haselbub und der schönen Melusine

Das Buch der gelernten Grafik-Designerin Steph Burlefinger ist ein Gewinn für mehrere Sinne: Mit viel Fantasie und Kreativität hat sie nicht nur alte Sagen und Märchen aus dem Schwarzwald neu erzählt, sondern auch eindrucksvoll bebildert. Und um komplett abzutauchen in die Welt von „Riese Erkinger“, „Federwisch“ oder „glücklichem Langschläfer“, hat ihr Schwager Thomas Burlefinger für ihre Sammlung auch noch eine wunderbare Musik komponiert und eingespielt, die viel Atmosphäre vermittelt und auf der Homepage der Autorin abzuspielen ist.

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Inhaltlich geht es u.a. mit dem „Seemännle“ und seinem Seepferdchen auf Rettungsmission oder mit dem winzig kleinen „Haselbub“ auf Abenteuerreise samt Räubern, Fuchs und wilder Flossfahrt. Oder es geht mit der „schönen Melusine“ hinab ins Reich der Seenixen. 
Die 1975 in Karlsruhe geborene Burlefinger, die mit ihrer Familie unterhalb des Kandels wohnt, hat u.a. auch schon ein Wimmelbuch über die Ferienregion gemacht. Für ihr neues Buch ist sie tief in die reiche Sagengeschichte des häufig noch immer mystischen Schwarzwalds eingetaucht. Und wie es sich für (viele) Märchen gehört, geht es in den Geschichten mitunter nicht zimperlich zu – da ist für Kinder ab dem Grundschulalter eine erklärende Begleitung durch Erwachsene sicher schön.

Steph Burlefinger: Vom Seemännle, dem Haselbub und der schönen Melusine. Alte Sagen und Märchen aus dem Schwarzwald neu erzählt. Silberburg-Verlag Tübingen, 2021. 128 Seiten, ca. 60 Abb. 14,99 Euro. 

Astrid Lehmann

Astrid Lehmann

 Tradition 
und Leidenschaft 

Handwerkskünstler im Schwarzwald

Für ihre lesenswerten und reich bebilderten Porträts von Handwerkskünstlern aus dem Schwarzwald war Autorin Astrid Lehmann zu Gast in Werkstätten, auf Bauernhöfen oder gar in Wohnzimmern – und hat ihren Gesprächspartnerinnen und -partnern nicht nur aufmerksam über die Schulter geschaut, sondern sich mit den Experten auch darüber ausgetauscht, wie sie selbst auf ihre Profession blicken und darüber denken. Viele der früheren Handwerksberufe wie Wagner, Küfer und Spanschachtelhersteller sind heute ausgestorben oder bestenfalls im Rahmen einer Vorführung in einem Museum (etwa im Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach/Schwarzwaldbahn) oder auf einem Kunsthandwerkermarkt und bei den Naturpark-Märkten zu sehen.

Gezimmert, gesägt, geschnitzt, gebohrt, genäht, gestickt, geflochten und gedreht wird im Schwarzwald schon seit Ewigkeiten, in früheren Zeiten auch aus der Not heraus. 

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Heute ist manche Handwerkskunst zur Passion geworden, andere haben sich gewandelt und der heutigen Zeit angepasst. Viele der rund 30 Handwerkskünstler – von Herrischried tief im Hotzenwald bis hinauf nach Keltern bei Pforzheim – eint die Sorge vor dem ausbleibenden Nachwuchs. Auch darum sind viele der Porträtierten so offen und geben ihre Kenntnisse auch gerne weiter – besonders schön etwa der Club der Oberrieder Weißstickerinnen: Für die 12 Damen, die jüngste ist 65 Jahre alt, gibt es keine Stichkunst, die ihnen zu kompliziert wäre. Für sie ist die gemeinsame Handarbeit – aufwendig bestickte weiße Stoffe gehörten früher zur Mitgift – „Yoga für die Seele“. Und besonders freuen sie sich über generationenübergreifende Begegnungen, bei denen sie ihr Wissen vermitteln können.

Mut macht, dass viele der Porträtierten die Zukunft des Handwerks positiv sehen und eine zunehmende Wertschätzung für ihre Arbeit und ihre Produkte spüren, die für Regionalität, Qualität und Nachhaltigkeit stehen. Das ist nicht zuletzt auch Autorinnen wie Astrid Lehmann zu danken, die nach Jahren in großen Metropolen seit mehr als einer Dekade wieder im Schwarzwald lebt und sich in ihrer Handwerkskunst, dem Schreiben, Traditionen, Bräuchen und Sagen widmet.

Astrid Lehmann: Tradition und Leidenschaft – Handwerkskünstler im Schwarzwald. Silberburg Verlag 2021. 128 Seiten, ca. 90 Abb., 19,99 Euro.  

Süße Stücke von Höllstin

Jutta & Daniel Höllstin

Süße Stücke - Ausgesuchte Cafés im Südwesten

Wohnzimmercafés, elegante Salons, besondere Konditoreien und urbane Treffpunkte haben die Schwarzwälder Jutta und Daniel Höllstin in ihrem Buch „Süße Stücke“ porträtiert.

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 Zu 43 ausgesuchten Cafés im Südwesten – die allermeisten davon liegen in der Ferienregion Schwarzwald – geben sie nicht nur kenntnisreich Tipps zu kulinarischen Besonderheiten und Aushängeschildern, sondern liefern, angereichert mit schönen Fotografien, auch Empfehlungen für nahe Touren im Grünen. 

Jutta & Daniel Höllstin: Süße Stücke - Ausgesuchte Cafés im Südwesten. 288 Seiten. Oase Verlag 2021. 22 Euro.

Seelenfutter Cover Ronny Loll

Ronny Loll 

Seelenfutter

Wir alle haben sie: Lieblingsgerichte, die schöne Erinnerungen wachrufen und so (eigentlich) nur von Oma, Onkel oder Mama gekocht werden können. Der Wahl-Schwarzwälder Koch Ronny Loll hat sich auf die Suche nach solchem „Seelenfutter“ gemacht und rund 80 Rezepte von einigen der besten Köche des deutschsprachigen Raums zusammengetragen. 

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Das Ergebnis dieser Reise ist sein erstes Kochbuch, erschienen im Tietge-Verlag: Sarah Wiener zeigte ihm in der Uckermarck ein Schmorgemüse-Gericht mit Polenta und Bergkäse, bei Antje de Vries im hohen Norden gab´s Fusion-Food, mit Mora Fütterer machte er im Schwarzwald Gurken ein und Ludwig Maurer verriet ihm in Niederbayern das Familienrezept für Rindertafelspitz mit Meerrettichsauce und die Geheimzutat für seine Knödel. Gelernt hat der Preisträger des Genuss-Awards „kuckuck 21“, dass man sein persönliches Glücksgericht auch noch im Erwachsenenalter finden kann und dass für ein Leibgericht oft wenige Zutaten reichen. Auf 288 Seiten gibt es neben Rezeptfotos auch stimmungsvolle, beeindruckende Landschafts- und Porträt-Bilder. 

Ronny Loll: Seelenfutter. 288 Seiten. Tietge Verlag 2021. 29,80 Euro.

Schwarzwald Reloaded 3

Ulf Tietge & Lisa Rudiger

Schwarzwald reloaded 3 - Das Backbuch

Den süßen Seiten der Ferienregion widmet sich das neue Backbuch „Schwarzwald reloaded 3“ aus dem Tietge-Verlag. Das 288 Seiten starke, optisch überaus einladende Buch baut auf all dem auf, was der Schwarzwald zu bieten hat: Den Schätzen der Natur und einem Genusshandwerk, das hier zutiefst verankert ist.

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 Zusätzlich zu den daheim auch ohne Profi-Werkzeug leicht nachzumachenden mehr als 100 Rezepten gibt es Reportagen und die ausführliche Backschule mit Basis-Wissen. Saisonal, regional und einfach lecker sind die Rezepte von u.a. Lisa Rudiger („Chocolaterie Lisa“ in Titisee-Neustadt), Walburga Rombach („Café Goldene Krone“ in St. Märgen), Karl-Heinz Müller („Berghotel Mummelsee“) und Francesco d´Agostino („Gioias“ in Rheinau) – von Rhabarber-Tartelettes, Kirsch-Eclairs, Zwetschgen-Datschi, Maronenkuchen und Beeren-Cupcakes bis zu Schneeflockentorte und natürlich auch Schwarzwälder Kirschtorte.

Ulf Tietge, Lisa Rudiger: Schwarzwald reloaded 3 - Das Backbuch. 288 Seiten. Tietge Verlag 2021. 29,80 Euro.

Cover Lieblingsplätze Nordschwarzwald

Matthias Kehle

Lieblingsplätze im Nordschwarzwald

90 „Lieblingsplätze im Nordschwarzwald“ stellt der Schriftsteller und Journalist Matthias Kehle im Gmeiner-Verlag vor. Auch bei ihm geht es mal hoch hinaus auf Hornisgrinde, Aussichtsturm der Teufelsmühle oder Bernsteinfels zwischen Murg- und Albtal.

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 Zudem porträtiert er Ausflugstipps für die ganze Familie wie den Baumwipfelpfad in Bad Wildbad, das Gasometer in Pforzheim oder das neue Nationalparkzentrum, liefert Einkehr-Empfehlungen und beleuchtet neben vielen Natur- und Kultur-Klassikern auf insgesamt 192 Seiten auch Anekdoten aus der reichen Geschichte der Region – etwa über den „Ruhesteinvater“ Julius Euting oder den „Toter-Mann-Stein“ bei Fischweier.

Matthias Kehle: Lieblingsplätze im Nordschwarzwald, 192 Seiten. Gemeiner Verlag 2021. ISBN: 978-3-8392-2932-3. 17 Euro. 

Cover Gebrauchsanweisung für den Schwarzwald

Jens Schäfer

Gebrauchsanweisung für den Schwarzwald & Freiburg

Ein Standardwerk über die komplette Ferienregion ist die „Gebrauchsanweisung für den Schwarzwald und Freiburg“, die in einer völlig überarbeiteten Neuausgabe im September 2021 erschienen ist.

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 Autor und Schwarzwald-Insider Jens Schäfer weiß, was es außer Kuckucksuhren und Bollenhüten noch zu entdecken gibt und erzählt davon mit liebevollem Humor – ein Buch, das nicht nur Wissen schafft, sondern dabei auch noch Spaß macht. 

Jens Schäfer: Gebrauchsanweisung für den Schwarzwald und Freiburg. 256 Seiten. Piper Verlag 2021. ISBN: 978-3-492-27754-9. 15 Euro.

Birgit-CathrinDuval

101 Gipfeltouren im Südschwarzwald

Die mehrfach ausgezeichnete Reisejournalistin, Fotografin und zertifizierte Naturparkführerin Birgit-Cathrin Duval macht in ihrem neuen Buch Lust auf „101 Gipfeltouren im Südschwarzwald“.

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 Die Outdoor-Expertin nimmt den Leser mit auf Exkursionen zu unbekannten Bergen abseits ausgetretener Wege, und erzählt kuriose Geschichten rund um ausgefallene Gipfelnamen, zu Sagen, Legenden und Besonderheiten der mystischen Ferienregion. Die toll beschriebenen Touren hat sie in vier Kategorien eingeteilt: Schlendertouren ohne große Höhenmeter und Anstrengung; Wanderungen auf die aussichtsreichsten Gipfel mit überragendem Panorama; Streunertouren rund um bewaldete Schwarzwaldberge und schließlich Exkursionen zu unbekannten und einsamen Bergen. Diese „stillen Gipfel“ liegen ihr besonders am Herzen, sind sie für sie doch „Kraftorte“ mit einer schier unbeschreiblichen Aura. Und so hat dieser schön bebilderte Wanderführer (ziemlich sicher) auch für erfahrene Schwarzwald-Wanderer noch feine Überraschungen zu bieten. 

Birgit-Cathrin Duval: 101 Gipfeltouren im Südschwarzwald. 334 Seiten, Verlag Oertel-Spoerer 2021. ISBN:  9783965550728.19,95 Euro.

Astrid Lehmann

Wildpflanzenküche aus dem Schwarzwald

Welch großen Wildpflanzenreichtum die Natur vor unserer Haustür bereit hält und wie man daraus leckere Gerichte zaubert – das erklärt Astrid Lehmann äußerst fachkundig und unterhaltsam: Für ihr Buch „Wildpflanzenküche aus dem Schwarzwald“ war die im Kinzigtal lebende Wildpflanzenpädagogin auf Foto- und Geschmacksexkursion in Deutschlands größtem Mittelgebirge. Auf bildgewaltigen 144 Seiten hat sie die Vielfalt wunderbar zusammengetragen.

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Ihr liegt besonders am Herzen, das alte Wissen um die heimische Pflanzenwelt zu bewahren und mit modernen, wissenschaftlichen Erkenntnissen zu ergänzen. Denn wir leben heute in einer Zeit der Fülle und um die Welt gereisten „Superfoods“, die nicht immer so super sind wie versprochen wird, schreibt Lehmann. Eine tolle Alternative dazu sind unsere heimischen Wildpflanzen – wenn man weiß, wie man sie am besten einsetzt.

Darum startet Lehmann ihr im Silberburg Verlag erschienenes Buch mit erklärenden und einordnenden Worten zu ausgewählten Wildpflanzen wie Brennnessel, Bärlauch, Knoblauchsrauke, Giersch, Kleinem Wiesenknopf, Wilder Möhre oder Mädesüß; wo sie wachsen, welche Teile zu verwenden sind, welche Wirkungen ihnen schon in früheren Zeiten zugeschrieben wurden, etc. Und Lehmann macht auch deutlich, nur dort auf Kräutertour zu gehen, wo es erlaubt ist; nur einen kleinen Teil der Pflanze mitzunehmen; die Bestimmungen der Schutzgebiete zu beachten.

Und dann geht es an die Gerichte, eingeteilt in Ebbes für Vornus (Kleine Leckerbissen), Ä Supp (Aus dem Suppentopf), S´rechte Esse (Große Leckerbissen), S´Vierebrot (Für herzhafte Schleckermäulchen) und Schleckriges (Für süße Schleckermäulchen). Wie wäre es also mit Quendel-Tomaten-Ziegenkäse-Bruschetta, Sauerampfersuppe, Zwiebelkuchen mit Schafgarbe, Löwenzahnpesto oder Holunderbeersuppe mit Vanilleeis?

Astrid Lehmann: Wildpflanzen-Küche aus dem Schwarzwald. 50 leckere Rezeptideen. 144 Seiten, zahlreiche farbige Bilder. Silberburg-Verlag 2019. ISBN 978-3-8425-2182-7. 22,99 Euro.

Schrahe/Biersack/Herbke

111 Skipisten, die man gefahren sein muss

Der Schwarzwald, das höchste und größte Mittelgebirge Deutschlands, stellt zwei der insgesamt „111 Skipisten, die man gefahren sein muss“. Die Autoren Christoph Schrahe, Thomas Biersack und Stefan Herbke haben auf 240 Seiten spektakuläre, unbekannte oder auch für Anfänger geeignete Abfahrten im deutschsprachigen Raum zusammengestellt. Das Buch nimmt Leser*innen mit auf eine Reise in die Winterlandschaften von Deutschland, Schweiz, Österreich und Südtirol – und es war eine große Herausforderung, betonen die Autoren, das Buch in Zeiten der Corona-Reisebeschränkungen zu vollenden. In der Ferienregion Schwarzwald empfehlen sie die Skiroute Belchen-Schönau und die Weltcupstrecke am Feldberg. 

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Beim Belchen beschreiben sie ganz richtig, wie man bei passendem Wetter ein blau schimmerndes Alpenblickwunder erleben kann, das im Schwarzwald seinesgleichen sucht. Sie erzählen vom legendären „Belchenrennen“, das am Belchenhaus startete und erst auf dem Dorfplatz in Schönau endete – bei gut elf Minuten liegt der Rekord für die 800 Höhen- und gut 6000 Längenmeter. Das Rennen gibt es zwar heute nicht mehr, aber die Autoren empfehlen zahlreiche tolle Touren rund um den Belchen. Nicht fehlen darf natürlich auch die Weltcupstrecke am Feldberg. Denn dort liegt die Wiege des Skisports in Mitteleuropa – 1891 wurde im „Gasthaus Ochsen“ in Todtnau der „Skiclub 1891 Todtnau e.V.“ gegründet, der älteste noch existierende Skiklub in Mitteleuropa. Die FIS-Abfahrt ist eine der anspruchsvollsten Riesenslalomstrecken der Welt, dafür sorgen ihre Steilheit, die Richtungswechsel, das zum Teil hängende Querprofil und ihre Länge. Nach der Wettkampfordnung der FIS darf ein Riesenslalom maximal 450 Höhenmeter haben, die Höhendifferenz zwischen Grafenmatt und Fahler Loch beträgt 441 Meter. Die Steilhänge lassen sich für Anfänger auf der gut 3 Kilometer langen Wiesenquellabfahrt aber leicht umfahren. Und natürlich hat der Liftverbund Feldberg viele weitere Pisten für jeden Geschmack zu bieten.

 

 

  • Christoph Schrahe, Thomas Biersack, Stefan Herbke: 111 Skipisten, die man gefahren sein muss. Emons Verlag GmbH Köln, 2020. ISBN 978-3-7408-0983-6. 240 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, 16,95 Euro.
Heimatliebe Südwesten

Jutta und Daniel Gian Pietro Höllstin

Heimatliebe Südwesten

30 Gesichter, 30 Geschichten, 30 Reflexionen über den Schwarzwald und die Frage, was den eigenen Erlebensraum zur „Heimat“ sowie zum Antrieb des jeweiligen Schaffens macht: Das Buch „Heimatliebe Südwesten“ taucht tief ein in zahlreiche Facetten, für die der Schwarzwald steht: ob klassisch und modern interpretierte Traditionen, authentisches Brauchtum, abwechslungsreiche Landschaftsformen, regionale Landwirtschaft, überraschende Kultur oder ausgezeichnete Kulinarik.

 

  • Jutta und Daniel Gian Pietro Höllstin: Heimatliebe Südwesten, 2018. ISBN 978-3-9819689-0-3. 240 Seiten (zahlreiche Fotografien), 34,99 Euro.
Black food Forest

Claudia Thoma, Michael Wissing

BLACKfoodFOREST. 

Menschen.Rezepte.Geschichten.

Opulent, bildgewaltig und stylish kommt „BLACKfoodFOREST“ daher. Gemäß dem Untertitel „Menschen.Rezepte.Geschichten“ umfassen die 144 fein gestalteten Seiten eine bunte Mixtur zum übergeordneten Thema Schwarzwald und zum allgegenwärtigen „Heimat“-Begriff. Neben poetischen Texten – etwa einem Gedicht von Bertolt Brecht – und der „Erinnerung an eine Wanderung im Schwarzwald“ von Mark Twain finden sich auch analytische Artikel über die „Hidden Champions“ im Schwarzwald und die Bedeutung des Waldes für die Entwicklung der Region. Im Zentrum aber stehen die Bilder der beiden renommierten Fotografen Claudia Thoma und Michael Wissing.

 

  • Claudia Thoma, Michael Wissing: BLACKfoodFOREST, Gräfe und Unzer Verlag München, 2018. ISBN 978-3-8338-6524-4. 144 Seiten, ca. 150 Fotos. 20 Euro.
Brunntaler_Das einfache Leben

Marie Brunntaler

Das einfache Leben

Die Schwestern Adele und Elisabeth Kohlbrenner kehren in der Lebensmitte auf den elterlichen Hof nach Dachsberg im südlichen Schwarzwald zurück. Beide waren als junge Frauen ins Wirtschaftswunder-Deutschland aufgebrochen, ohne ihr Glück zu finden. Elisabeths Geliebter verstarb und Adele hat viele Schulden. Zurück zu den Wurzeln und einen Rosengarten anlegen, das ist ihr Plan - genau da, wo ihr Bruder vor Jahren den Boden mit einer Verpackungsfirma kontaminierte. Das Klima in den Höhenlagen vernichtet die erste Anpflanzung komplett. Aber sie geben nicht auf und versuchen es mit Rosensamen ganz alter Stämme ein zweites Mal.

 

  • Marie Brunntaler: Das einfache Leben, Roman. Julia Eisele Verlags GmbH, München, 2018. ISBN 978-3-96161-005-1. 272 Seiten, 18 Euro.
Xaver im Uhrenland Knoblich

Heidi Knoblich

Xaver im Uhrenland

Weihnachten bei den Schwarzwald-Engländern

Zur Schule geht der 13-jährige Xaver nicht mehr - er muss bereits auf dem elterlichen Bauernhof bei St. Märgen im südlichen Schwarzwald mitarbeiten. Meist hütet er die Kühe und Ziegen auf der Weide, aber insgeheim hegt er einen großen Traum: Er will einer der Schwarzwälder Uhrenhändler in England werden. So wie sein Onkel Johann, der in den Sommermonaten die Schwarzwälder Heimat besucht: braungebrannt, edel gekleidet und wohlhabend. 

Für Xaver verkörpern die sogenannten Schwarzwald-Engländer die große, weite Welt.

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Doch sein Vater hält zunächst überhaupt nichts von Xavers Plänen: "Du bist ein Träumer und taugst nicht zum Uhrenhandel. Merk dir das gut!" Aber so einfach will Xaver seinen Lebenstraum nicht aufgeben. Und tatsächlich, nach ständigem Bohren, erlaubt ihm der Vater seinen Wunsch: Er darf bei Onkel Johann in London in die Lehre gehen. Der Vater hat aber eine Bedingung: Bis Weihnachten muss Xaver beweisen, dass er für den Uhrenhandel taugt, sonst muss er wieder zurück. Schnell lernt er, Uhren zu verkaufen und zu reparieren. Doch dann passiert ihm kurz vor Weihnachten ein großes Missgeschick. Ob ihm Vicky, deren Schwarzwälder Großvater ein Uhrengeschäft an der London Bridge besitzt, aus der Not helfen kann?

 

  • Heidi Knoblich: Xaver im Uhrenland. Weihnachten bei den Schwarzwald-Engländern, Silberburg-Verlag, Tübingen 2017. ISBN 978-3-8425-2063-9. 48 Seiten (mit 12 Farbzeichnungen von Martina Mair), 14,90 Euro.
Totentracht von Rieckhoff

Alexander Rieckhoff, Stefan Ummenhofer

Totentracht. 

Ein Schwarzwald-Krimi.

Nach vier Jahren hat das erfolgreiche Autoren-Duo Alexander Rieckhoff und Stefan Ummenhofer mit "Totentracht" wieder zugeschlagen: Die erste Leiche in der Kriminalkomödie - männlich, aber in Frauentracht - entdeckt der Sohn des Hauptkommissars Karl-Heinz Winterhalter beim Geo-Caching in der Gruftkirche des Adelshauses Fürstenberg in Neudingen.

Kontrapunkt zu dem Dialekt sprechenden und stets in Wanderkluft auftretenden Polizeibeamten ist die nach 15 Jahren aus Berlin in die baden-württembergische Doppelstadt Villingen-Schwenningen zurückgekehrte neue Kollegin Marie Kaltenbach. Da prallt der tiefste Schwarzwald auf die Großstadtpflanze und Bissigkeiten und Missverständnisse sind vorprogrammiert.

 

  • Alexander Rieckhoff, Stefan Ummenhofer: Totentracht. Kriminalroman. Bastei Lübbe, Köln, 2019. ISBN 978-3-431-04131-6, 384 Seiten, 12,90 Euro.
Kämpfen Leiden Lieben

Thomas Binder

Kämpfen. Leiden. Lieben. 

Ein Buch mit Geschichten - mal nicht aus der Perspektive von Herrscherhäusern - sondern aus dem Alltag der Schwarzwälder. Von den ersten Siedlern bis zu den Kriegserfahrungen verschiedener Generationen reihen sich 16 Kapitel zu verschiedenen Themen aneinander. Je nach Interessenlage kann man auch bei „essen und trinken“ oder „lieben“ beginnen und ist nicht gezwungen, systematisch von S. 1 bis 210 vorzudringen.

Die Erkenntnis des Lesers:

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Haben wir es heutzutage gut! Kein Kind muss sich mehr Hirtejunge verdingen, niemand mehr aus Armut auswandern oder als Kranker aus der Gesellschaft vertrieben werden. Interessant auch, wie sich der Schwarzwälder Wille zum Widerstand vom „Freiburger Weiberkrieg“ bis in die Nazizeit durchzieht – kein Wunder, das sich die Schwarzwälder*innen dann später auch gegen Atomkraft gestellt haben und jederzeit gegen das Abholzen von Bäumen kämpfen.
 

 

  • Thomas Binder: Kämpfen. Leiden. Lieben. Südverlag, Konstanz, 2020. ISBN 978-3-87800-133-1, 210 Seiten. 18 Euro.
111 Schätze der Kultur im Schwarzwald, die man gesehen haben muss

Barbara Riess

111 Schätze der Kultur ... 

... im Schwarzwald, die man gesehen haben muss

So abwechslungsreich die Schwarzwälder Landschaft ist, so vielfältig präsentieren sich auch die Kulturschätze im größten Mittelgebirge Deutschlands. Barbara Riess nimmt die Leserinnen und Leser in ihrem unterhaltsam geschriebenen, fachkundig recherchierten und bildstark gestalteten Reiseführer mit auf eine Entdeckungsreise: Hin zu 111 überraschenden, skurrilen und prächtigen Kultur-Attraktionen.

Vorgestellt werden u.a. die längste gedeckte Holzbrücke Europas in Bad Säckingen, das nicht nur für Marlene Dietrich "schönste Casino der Welt" in Baden-Baden, das dem Nobelpreisträger Hermann Hesse gewidmete Museum in dessen Geburtsstadt Calw oder der Feldbergturm mit dem höchsten Standesamt Baden-Württembergs.

 

  • Barbara Riess: 111 Schätze der Kultur im Schwarzwald, die man gesehen haben muss. Emons-Verlag GmbH Köln, ISBN 978-3-7408-0555-5. 240 Seiten (mit zahlreichen Fotografien), 16,95 Euro.
Original Badisch. The Best of Baden Food

Monika Graff, Heidi Knoblich

Original Badisch. 

The Best of Baden Food

Mit vielen Vorschusslorbeeren öffnen Monika Graff und Heidi Knoblich die Tür zur klassischen badischen Küche: Denn wenn der Badener etwas mache, dann mache er es eben recht, schreiben die beiden Autorinnen am Ende ihres zweisprachigen Kochbuchs "Original Badisch. The Best of Baden Food". Und "so hält es der Badener auch mit dem Kochen. Wenn er kocht, dann öbbis Rechts!"

Auf 73 Seiten mit zahlreichen Fotos präsentiert das zweisprachige Kochbuch (deutsch und englisch) einige Klassiker der badischen Küche:

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Von der Kartoffelsupp´ mit Holderküchle über Schneckensüpple, Löwenzahnsalat mit Speck und Kracherle bis zu Spargel mit Schinken und Kratzede, Felchen Müllerin Art, Schäufele mit Kartoffelsalat und Saure Leberli mit Brägele. Und auch der Nachtisch kommt nicht zu kurz: So gibt es u.a. Rezepte zum klassischen Kerscheplotzer, süßsauer eingelegten Zwetschgen, und natürlich darf auch die Schwarzwälder Kirschtorte nicht fehlen. Geschichtskundig verweisen Graff und Knoblich aber auch darauf, "dass der Himmel in Baden nicht immer voller köstlicher Speckseiten hing". Denn über viele Jahrhunderte war der Schwarzwald - durch lange Winter, die abgelegene Lage und große Armut - nicht "Deutschlands schönste Genießerecke". So ist es der Kartoffel zu verdanken, dass ein Großteil der Bevölkerung im 18. Jahrhundert nicht verhungerte.
 

 

  • Monika Graff, Heidi Knoblich: Original Badisch. The Best of Baden Food. Hädecke Verlag GmbH & Co. KG, Weil der Stadt. ISBN 978-3-7750-0416-9. 12 Euro.

Gabriele Hennicke

Echte Schwarzwälder

Geschichten vom Königstiger bis zur Gartengräfin

Die im Münstertal lebende freie Journalistin Gabriele Hennicke hat sich wieder auf die Suche gemacht nach „Echten Schwarzwäldern“. Wie in ihrem Vorgängerbuch „Jenseits von Bollenhut und Kuckucksuhr“ durchstreift sie den Schwarzwald und sucht in 25 Kapiteln sowohl nach Traditionsbewahrern wie auch nach innovativen Zukunftsmachern. 

Gefunden hat sie Schwarzwälderinnen und Schwarzwälder (die nicht zwingend hier geboren sein müssen), die von der Geschichte der Region und der besonderen Landschaft geprägt sind. 

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Die versammelten spannenden Biografien und kreativen Lebensentwürfe zeigen den Schwarzwald so gewissermaßen von seiner menschlichen Seite. So begleitet Hennicke den Holzbildhauer Simon Stiegeler aus Grafenhausen im Süden der Ferienregion in seine Werkstatt. Dort entstehen für rund 200 Fastnachtszünfte die charakteristischen Holzmasken, die seine Frau Lillian schließlich in mehreren Schritten von Hand mit Acrylfarbe bemalt.

Beim Kabarettisten Martin Wangler alias Fidelius Waldvogel aus Breitnau hat sie auf seinem Schlepper „Königstiger“ Platz genommen und ihn während seiner „Heimat“-Tour begleitet. Und Wangler, bauernschlau-philosophisch-durchtrieben, verweist auf die ähnlichen Charakterzüge der für die Region typischen Pferderasse „Schwarzwälder Fuchs“ mit den Bewohnern von Deutschlands höchstem Mittelgebirge: Beide seien willig, kräftig, untersetzt und wenn man ihnen dumm komme, könne man sich an ihnen die Zähne ausbeißen.

Mit Roswitha Ette geht es in Herbolzheim-Wagenstadt in ihren riesigen Garten, in dem sie neben Blumen auch alte Obst- und Gemüsesorten anbaut. Ranger Martin Schwenninger führt Hennicke durch die Wutachschlucht, Michael Sladek berichtet von seinem Kampf gegen die Atomkraft und seinem Erfolg, dass die Elektrizitätswerke Schönau heute mehr als 180.000 Kunden in ganz Deutschland mit Strom aus Erneuerbaren Energien versorgen. Agrarbiologin Gabriele Stoll aus Hohberg bei Offenburg hat sich ganz der Verveine verschrieben, Bernd Herkenrath in Staufen edlen Schuhen aus zweiter Hand. Einer der letzten seiner Art ist Küfermeister Eugen Bürgin aus Müllheim-Britzingen, noch relativ neu im Geschäft ist Peter Koch, der in seiner Ein-Mann-Manufaktur das japanische Würzmittel Miso herstellt und jüngst von der deutschen Sterneküche entdeckt wurde.


Nach Lesen des Buches entdeckt man schnell noch eine weitere verbindende Eigenschaft der Protagonisten: Bescheidenheit. Denn die allermeisten mussten erst durch Freunde darauf hingewiesen werden, dass ihr jeweiliges Produkt oder ihr Können auch für andere Personen von Interesse sein könnte. Und so kann man etwa bei Melanie Göppert selbst Seifen herstellen, bei Simon Stiegeler die Arbeit mit Holz lernen oder bei Roswitha Ette alles über Pflanzen und Co. erfahren. 

Einziger kleiner Kritikpunkt am Buch: Einige der Biografien sind für Schwarzwald-Liebhaber bestimmt schon (alt)bekannt.

Gabriele Hennicke: Echte Schwarzwälder. Geschichten vom Königstiger bis zur Gartengräfin. Rombach Verlag, Freiburg 2020. 168 Seiten, zahlreiche Bilder. ISBN 978-3-7930-5193-0, 18 Euro.

Kraftorte im südlichen Schwarzwald

Birgit-Cathrin Duval

Kraftorte im südlichen Schwarzwald

Wanderungen zu mystischen Orten und geheimnisvollen Plätzen

Die Autorin und freie Journalistin Birgit-Cathrin Duval hat sich wieder auf die Suche gemacht - nach "Kraftorten", mystischen Orten und geheimnisvollen Plätzen. Und davon hat der Schwarzwald viele zu bieten: Bereits 2014 porträtierte sie entsprechende Stellen im nördlichen Schwarzwald, fünf Jahre später erzählt sie nun von geheimnisvollen Geschichten und Legenden, die sich um spezielle Orte im südlichen Schwarzwald ranken. Und dies auf spannende, sachkundige und entdeckerfreudige Art und Weise.

In 28 Kapiteln schreibt sie über wohlbekannte Orte:

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Dazu gehören der Titisee, der Kandel oder der Blauen. Birgit-Cathrin Duval weiß aber auch für versierte Kenner noch Neues aus der reichen (Sagen-)Geschichte zu berichten. Daneben rückt sie ebenso viele "Kraftorte" in den Mittelpunkt, die schon fast in Vergessenheit geraten sind, so etwa die Behleneiche bei Holzen, die Kalendersteine in Endenburg oder der Blindenstein am Watzeck.

 

  • Birgit-Cathrin Duval: Kraftorte im südlichen Schwarzwald – Wanderungen zu mystischen Orten und geheimnisvollen Plätzen, Oertel und Spörer, Reutlingen 2019. 220 Seiten, 21,95 Euro.