Architektur / Stadtplanung
fuchs.maucher.architekten.bda, Waldkirch
Bauherrschaft:
Winzergenossenschaft Buchholz/Sexau eG
Fertigstellung:
2014
Auszeichnungen:
Architekturroute 2024, Beispielhaftes Bauen 2018, Hugo-Häring 2017, Baukultur Schwarzwald 2016, Architekturpreis Wein 2016, Holzbaupreis - Anerkennung 2015
Entwurf:
Aufgabe beim Neubau der Winzergenossenschaft Buchholz war es, die Traubenannnahme, das Weinlager, die Verwaltung und den Weinverkauf so in einem Gebäude zu integrieren, dass mit minimalem Budget optimale Funktionsabläufe und eine maximale Werbewirksamkeit erreicht werden.
Das gewählte Grundstück am Ortseingang von Buchholz, in direkter Nähe zu den weinbergen und mit ausreichend Platz für einen Betriebshof und Kundenparklätzen eignet sich dafür perfekt und bietet genügend Freiflächen um einen zukünftigen Lehrgarten mit ortstypischen Reben anzulegen.
Der Baukörper mit seinem langgezogenen Satteldach orientiert sich in seiner einfachen Gestaltung an landwirtschaftlichen Lager- und Funktionsgebäuden der näheren Umgebung.
Der großzügig verglaste Verkaufsraum öffnet sich einerseits zur Ortseinfahrt und andererseits zu den Steillagen der Winzergenossenschaft.
Eine modern gestaltete Vinothek und die überdachte Loggia laden zum Verweilen und Verkosten ein. Das Weinregal wurde zwischen den Fassadenstützen platziert und die rückwärtige Theke in einer Wandnische integriert, so dass der Mittelraum flexibel genutzt werden kann. Bei größeren Veranstaltungen finden dort bis zu 30 Personen Platz.
Im rückwärtigen Bereich des Gebäudes befinden sich die Funktions- und Technikräume sowie die Traubenannahme. Die Rolltore lassen sich auf beiden Seiten so weit öffnen, dass sich ein schöner Blich von der Straße auf die Weinberge ergibt und dieser Raum auch außerhalb der Erntezeit als Veranstaltungsraum genutzt werden kann.
Material und Konstruktion
Das Gebäude besteht im Wesentlichen aus einem zweigeschossigen Baukörper aus gedämmtem Brettschichtholz, welcher als wärmende Hülle über eine eingeschossige Sichtbetonkonstruktion gestülpt wurde.
Die hochgedämmte, hinterlüftete Fassade wurde mit naturbelassenen Eichenbrettern in Elementbauweise verkleidet.
Die sowohl im Innen- als auch im Außenbereich roh belassenen Materialien wie Stahl, Holz und Beton verleihen dem gesamten Gebäude eine angemessene Erscheinung für einen modernen, Wein produzierenden Betrieb.
Nachhaltigkeit / Energieeffizienz
Die Beheizung erfolgt C0²-sparend mit Biomasse (Holz Pellets).
Unterm Strich:
Die Auslagerung der Winzergenossenschaft hat im Ortskern eine Nachverdichtung ermöglicht und dort ein neues Zentrum geschaffen. Die überdachte Loggia, sowie die angrenzenden Außenanlagen mit dem Rebendach ermöglichen eine Vielzahl an Veranstaltungen, die von der Bevölkerung angenommen werden.
Die Vorbergzonen des Schwarzwaldes werden seit Generationen zum Weinbau genutzt und stellen somit auch von der Nutzung ein ortstypisches Gebäude dar. Die zurückhaltende Formensprache und die Verwendung von regional verfügbaren Materialien steht in der Tradition des landwirtschaftlichen Bauens im Schwarzwald. Als ein touristischer Anlaufpunkt profitiert der gesamte Ort davon.