In Zell im Wiesental entstand also neben dem Bahnhof für Züge von Basel und Lörrach kommend, ein zweiter Bahnhof für die neue Bahnlinie nach Todtnau. Das „Todtnauerli“, wie die Zeller die neue Eisenbahn liebevoll nannten, hatte eine Spurbreite von einem Meter, war also schmäler als die Spurbreite der Staatsbahn. Das hieß für die Fahrgäste Richtung Todtnau, dass in Zell umgestiegen werden musste. Auch ankommende Güter mussten von den Waggons der Staatsbahn auf Güterwagen des „Todtnauerli“ umgeladen werden. Später wurde in Zell eine Schiebebühne gebaut, mit deren Hilfe die Güterwaggons auf Rollwagen rangiert wurden. Auf den sogenannten „Rollis“ konnten somit auch Waggons mit Standardspurbreite auf der Schmalspur des „Todtnauerlis“ befördert werden. In den Anfangsjahren waren ausschließlich Dampfloks im Einsatz, später kamen auch Dieseltriebwagen hinzu. Der auf der Schiene immer geringer werdende Güterverkehr und der wachsende Individualverkehr auf der Straße bedeutete schlussendlich 1967 das wirtschaftliche Aus für das „Todtnauerli“.
1958 wurde an verschiedenen Bahnhöfen im oberen Wiesental und auch im Zug der Musikfilm "Schwarzwälder Kirsch" mit Marianne Hold, Edith Hancke, Dietmar Schönherr, Wolfgang Neuss, Boy Gobert und Willy Reichert gedreht. Neben diversen Außenaufnahmen des fahrenden Zuges aus drei Personenwagen auf freier Strecke und in drei verschiedenen Bahnhöfen sind auch Teilansichten des Inneren eines Wagens zu sehen.
Eisenbahninteressierte finden ausführliche und fundierte Informationen auf der Internetseite von Heinz Gerber (BEB) in CH-Unterentfelden. Vielen Dank für die Zurverfügungstellung der historischen Aufnahmen, die alle von Heinz Bircher stammen. https://bebrail.ch