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Brenzweg (wandernPLUS)

Kondition 
Erlebnis 
Landschaft 

Der Brenzweg

(Beschilderung ist leider noch in der Genehmigungsphase und deswegen noch nicht vorhanden!)

Willkommen auf dem Brenzweg, der 2018 vom „wandernPLUS“-Team des Evangelischen Kirchenbezirks Nagold unter dem Motto „Pilgern im Schwarzwald“ entwickelt und gestaltet wurde.

Auf den nächsten ca. 14,5 Kilometern entlang unseres wandernPLUS-Zeiches, wünschen wir Euch allerbeste Erholung für Leib, Seele und Geist.

14 Impuls-Stationen laden Euch ein, den Reformator und Architekten der württembergischen Landeskirche JOHANNES BRENZ kennenzulernen, der zwischen 1548 und 1551 von den württembergischen Herzögen vor Kaiser Karl V. auf der Burg Hornberg versteckt wurde.

Beste Jahreszeit

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Startpunkt der Tour:

Pavillon am Bernecker See

Zielpunkt der Tour:

Evang. Laurentiuskirche Berneck

Beschreibung

Station 1: Pavillon am Bernecker See

Bevor Ihr loslauft, nehmt euch kurz Zeit, Eure Muskulatur mit ein paar Dehnübungen zu lockern und dann wünschen wir euch einen guten Weg.

Geht mit Gottes Segen in diesen Tag:

Gott segne deinen Weg

die sicheren und die tastenden Schritte

die einsamen und die begleiteten

die großen und die kleinen

Gott segne dich auf deinem Weg

mit Atem über die nächste Biegung hinaus

mit unermüdlicher Hoffnung

die vom Ziel singt, die sie nicht sieht

mit dem Mut, stehen zu bleiben

und der Kraft, weiterzugehen

Gottes Segen umhülle dich auf deinem Weg

wie ein bergendes Zelt

Gottes Segen nähre dich auf deinem Weg

wie das Brot und der Wein

Gottes Segen leuchte dir auf deinem Weg

wie das Feuer in der Nacht 

Geh im Segen

und gesegnet bist du Segen

wirst du Segen

bist ein Segen

wohin dich der Weg auch führt

(Wegsegen von Katja Süß)

Wir grüßen euch mit dem Pilgergruß „Ultreia“ (auf geht’s, geht weiter, geht an eure Grenzen)!

Station 2: ca. 100m nach der Brücke

Während Ihr den Ausblick auf das Köllbachtal genießt, nehmt euch Zeit für einen ersten Schluck Wasser.

Wirklich gute Lebens-Aussichten hatte auch Johannes Brenz (im Folgenden mit „JB“ abgekürzt), der seinen Vornamen dem Johannistag verdankt, an dem er in Weil der Stadt geboren wurde (24. Juni 1499): Da der Vater langjähriger Schultes und Richter der freien Reichsstadt war, hatten Johannes und seine 2 Brüdern die besten Chancen für eine erstklassige Ausbildung. „Blitzgscheid“ und voller Lerneifer nutzte Johannes diese Möglichkeiten: Schon kurz nach Mitternacht stand er auf und lernte bei Kerzenschein weiter.  Auch später scheint der sensible Brenz immer wieder an Schlaflosigkeit gelitten zu haben.

Falls Ihr in der Gruppe unterwegs seid, könnt Ihr jetzt auch einen gewissen „Lerneifer“ gebrauchen: Nutzt doch den nächsten Kilometer, um einander zu erzählen, wie es euch gerade geht – was gut und was eher nicht so gut läuft.

Station 3: Hochsitz mit Blick auf das Köllbachtal

Wer mag, kann sich zum Lesen der folgenden Infos einen schönen Sitzplatz suchen.

Wie unser aktuelles Wegstück, so war JBs Schulzeit, geradlinig, schön … um nicht zu sagen einfach – und vor allem bewältigte er sie wesentlich schneller als ein durchschnittlicher Schüler. Gerade einmal 15jährig schrieb er sich am 13. Oktober 1514 als Joannis Printz de Wyla an der Uni Heidelberg ein. Er wird Mitglied der Schwabenburse und kann sein Grundstudium nach 2 Jahren mit dem Titel eines Bakkalaureus Artium abschließen. Für sein eigentliches Studium wählte er die für ihn höchste Fakultät, die Theologie, die er wieder 2 Jahre später mit der Magisterprüfung erfolgreich absolvieren konnte.

Im selben Jahr kam es zu der entscheidenden Begegnung seines Lebens:

Am 26.April 1518, also ein halbes Jahr nach seinem Thesenanschlag und dem Beginn der Reformation, kommt Martin Luther nach Heidelberg, um sich und seine Überzeugungen einer öffentlichen Diskussion zu stellen. In der Heidelberger Disputation verteidigt und begründet Luther seinen Ansatz, dass ein Mensch allein aus Gnade im Vertrauen auf Jesus Christus und sein Evangelium Gottes Vergebung, einen offenen Himmel als Kind und Erbe Gottes erhält.

Aus dem jungen Johannes wurde dadurch wirklich ein „Brenz“, der für die Reformation zu brennen begann. Noch einige Tage und Nächte diskutierten JB und andere junge Theologen in einem Gasthaus mit Martin Luther weiter. Eine Freundschaft entstand, die ein ganzes Leben Bestand haben sollte.

Schon 1520 wird Brenz Vikar am Heidelberger Heiliggeiststift. Und eines wird sowohl in seinen Vorlesungen als auch in seine Predigten deutlich: Dieser Brenz liest und predigt das Wort Gottes anders, evangelisch! Und das wird zunehmend gefährlich. Schon ein Jahr später erging am 8. Mai 1521 gegen Luther und seine Anhänger das Wormser Edikt und damit das Verbot der Lektüre und Verbreitung der Schriften Luthers. Der pfälzische Kurfürst, in dessen Gebiet Heidelberg lag, hatte bereits ein Verbot für evangelische Lehrtätigkeit erlassen – und das zielte vor allem auf den jungen Magister Brenz. Als diesem mit der Prädikatur an St. Michael  von der freien Reichsstadt Schwäbisch Hall eine spannende Projektstelle in Sachen Bildung und Glaube angeboten wurde, fiel dem inzwischen zum Priester geweihten JB daher die Entscheidung zum Wechsel leicht: 26 Jahre lang nutzte er seinen Einfluss, um die Haller Kirche mit der ihm eigenen Sensibilität und Umsicht zu reformieren.  

Mein Mann für das Feine, so wurde er von Martin Luther genannt: Vorsichtig gab er dem der Predigt, Taufe und Abendmahl ein neues, evangelisches Gesicht. Wo er konnte, verhinderte er den anderswo tobenden Bildersturm, weil er meinte, dass es besser sei, wenn die jungen Burschen während der Predigt die Bilder ansehen und nicht die Jungfrauen als lebendige Götzen angucken.

Schon bald war er auch über Schwäbisch Hall hinaus ein wichtiger, wenn nicht der theologische Botschafter Martin Luthers bei den großen Reichstagen und theologischen Auseinandersetzungen.

Auch seine (bildungs-)politische Gabe und Aufgabe ließ er nicht außer Acht:

Noch vor Martin Luther veröffentlichte JB seinen Katechismus, eine Kurzanleitung in Sachen Christsein, der in weit über 500facher Auflage und in mindestens 14 Sprachen übersetzt, nicht nur das „württembergische Konfirmandenbüchlein“, sondern vielmehr eine, wenn nicht die Bekenntnisschrift Württembergs wurde.

Schon in der Haller Kirchenordnung ordnet er den Schulunterricht – auch für Mädchen! - an, denn wer lesen, rechnen und schreiben kann, ist frei und die Jungen seien die besten zukünftigen Mauern einer Stadt. Er warnte die Reichen und Fürsten vor zu hohen Steuern und richtete Armenkassen ein … und vieles mehr.

Ach ja – auch das soll nicht vergessen sein: Mit seiner Heirat im Dezember mit Margarethe Gräter vollzog JB auch persönlich den Bruch mit der römisch-katholischen Kirche und dem Zölibat: 5 Töchter und ein Sohn gingen aus dieser ersten Ehe hervor.

Kurzum: JB lebte geradlinig … irgendwie erfolgreich. Auch wenn es bald anders kam, zunächst war es eine rundum gute Lebensgeschichte.

Wir laden euch ein, das nächste Wegstück einmal ganz für euch allein und schweigend zu genießen: Lasst euren Gedanken Zeit, Gutes zu denken:

Was wurde mir Gutes; Gaben in die Wiege gelegt?

Wo habe ich in meinem Leben gerade, angenehme, leichte Wegstücke erlebt?

Lasst deswegen am besten so viel Platz zu euren Mitwanderern wie es euch gut und hilfreich vorkommt. 

Francis Bacon: Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.

Station 4: Zu Beginn des Zickzackweges hinunter zum Köllbach

Hier beenden wir zunächst unser Schweigen. Wer möchte kann gerne etwas trinken.

Jetzt steht ein anderer, nicht ganz so einfacher Weg vor uns:  Es geht abwärts zum Köllbach, den wir überqueren müssen und dann wartet der steile Aufstieg zur Burg Hornberg mit 100 und noch einmal fast so vielen Höhenmetern nach Hornberg auf uns.

Wie und warum auch JB im übertragenen Sinne solche Wege – abwärts, mit Hindernissen, steil … gehen musste, dazu wollen wir uns nach dem Überqueren des Köllbachs Zeit nehmen. 

Station 5: Am Köllbach

Das Jahr 1546 markierte für JB einen tiefen Einschnitt: Wenige Wochen nach Martin Luthers Tod (18.2.1546) zog Kaiser Karl V.  gegen die im schmalkaldischen Bund zusammengeschlossenen protestantischen Reichsstände in den Krieg und schlug diese vernichtend. Das Heer Karl V. zog in Hall ein:  Horrende Strafgelder, die Quartierlast, Plünderung, Mord und eine miteingeschleppte Seuche, bringen Hall in große Not. Brenz, selbst beinahe ermordet, soll zwar vor dem Kaiser eine Predigt gehalten und von ihm "gnädig" behandelt worden sein, doch auch sein Haus wird geplündert. Als belastende Dokumente dem Kaiser verfälscht wiedergegeben werden, muss Brenz aus der Stadt fliehen. Im Januar 1547 kann er noch einmal zurückkehren.

Weitaus gefährlicher wurde die Lage aber, als am 15.5.1548 Karl V. im sog. Augsburger Interim die sofortige Rückkehr zum alten Glauben und Gottesdienst forderte – und das sollte gelten, bis ein Konzil, also eine große Glaubenskonferenz, einen endgültigen Beschluss über diese Glaubensfragen fassen würde.

Brenz wehrte sich, predigte, ließ Flugschriften drucken und bezeichnete das „Interim“ (Zwischenzustand) als „interitus“ (Untergang)! Das wollte und konnte sich der Kaiser nicht bieten lassen: Er forderte den Haller Stadtrat auf, JB gefangen zu nehmen, die dem Druck nachgeben. Ausgerechnet an seinem 49. Geburtstag muss Brenz für immer aus der Stadt fliehen. Ein Zettel, aus der Ratssitzung geschmuggelt, warnt ihn und ermöglicht ihm die Flucht: „Domine Brenz, cito fuge, fuge!“ (Herr Brenz, fliehe schnell, fliehe!“)  

Ohne Abschied von seinen Kindern und seiner todkranken Frau, die JB nicht mehr wiedersehen sollte, flieht Brenz in buchstäblich allerletzter Minute über die Stadtmauer aus Hall nach Württemberg. Dies war der Beginn einer 2 ½ Jahre dauernden Flucht, die ihn wahrscheinlich im Herbst 1549 auf die Burg Hornberg führte, getrennt von der Familie, ständig vom Tod bedroht und dennoch getragen von seinem Glauben.

Wie gesagt - auch auf euch wartet jetzt der steile Aufstieg zu eben DER Burg, die JB während seiner Flucht zur Zuflucht wurde.

Wir laden euch ein, auf diesem Wegstück eine im besten Sinne „wohltuende“ Methode auszuprobieren: Achtet auf Eure Atmung, vor allem das Ausatmen – denn wer beim Anstieg kurzatmig wird, hat meist zu wenig ausgeatmet. UND: Auch unsere Seele benötigt dieses Ausatmen: Versuche doch einmal mit jedem Ausatmen, alles das leise oder laut „auszuatmen“, was euch besonders drückt, was so ganz oben auf liegt.

"Gebet ist das Atmen der Seele", sagte bereits der mittelalterliche Theologe und Philosoph Meister Eckhardt.

Station 6: Burg Hornberg

Glückwunsch, ihr habt den steilsten Aufstieg des Brenzweges geschafft und habt euch eine Trinkpause verdient.

Infos zur Burg: Sowohl Ort wie auch Burg wurden von den Grafen von Calw, nach einer Rodung des Gebietes im 11. und im 12. Jahrhundert gegründet. Erbaut wurde die Anlage von den Lehensherren von Calw, den Herren von Fautsburg. Ein Herr Heinrich von Hornberg wird im Jahre 1252 urkundlich erwähnt. Durch Fehlwirtschaft blieb das Geschlecht aber nicht lange im Besitz ihrer Ländereien, so dass es zum Verkauf der Güter an die Grafen von Baden und die Grafen von Württemberg kam. 1399 starben die Hornberger aus und der Besitz ging vollständig an die beiden Grafschaften, die sich die Ländereien teilten. 1548 soll der Reformator Johannes Brenz sich unter anderem hier und auf der Fautsburg versteckt haben. Anschließend verfiel die Burg. 1603 wird die Anlage urkundlich mit dem Verkauf an Württemberg als Ruine bezeichnet. Erhalten geblieben sind Reste der Umfassungsmauern, des Bergfrieds und die Grundmauern des Palas. 1958 wurde der Bergfried wieder aufgebaut. Kurze Zeit später kam es durch das Land Baden-Württemberg bis 1971 zum Aufbau weiterer Gebäude, die als Landesforstverwaltung genutzt wurden. Anschließend wurde die Burg zu einem Waldschulheim umfunktioniert. 1993 renovierte man die Anlage. Quelle: burgenarchiv.de

JB fand hier äußerliche Sicherheit, einen Ort der Zuflucht; ein wunderbar schlaues Versteck zudem, weil diese Burg sowohl Baden als auch Württemberg gehörte, so dass sich JB durch einen einfachen „Kammerwechsel“ vor den jeweiligen Verfolgern in Sicherheit hätte bringen können. JB lebte hier als Burgvogt Ulrich Engster (einer Ableitung seines Gelehrtennamens Huldrych Encausticus: Huldreich als Übersetzung des hebräischen Johannes, Gott ist gnädig, und Encausticus, griechisch „angebrannt“, für Brenz. Die Hornberg wurde zu JB‘s „Wartburg“!

Wie man seinen Briefen entnehmen kann, lebte er zwischen 1548 und 1551 für ca. 1 ½ Jahre hier auf der Burg Hornberg mitten in der Einöde, zwischen Bergen und Wäldern, zwischen Klüften und Steinen.

Was er hier tat?

Jedenfalls in der Regel nicht das, was Vögte so zu tun pflegten! Jedenfalls wunderte sich der Müller der am Fuße der Burg liegenden Baiermühle recht bald, dass der neue Vogt weder saufe, noch fluche, nicht spiele noch hure!  Offiziell war er als Vogt für die Ländereien und die Jagd zuständig und musste wohl für Jagdgesellschaften am Hofe das Wild Richtung Stuttgart getrieben werden. Dennoch war all das nur ein Deckmantel für seine theolog. Arbeit, die er auch auf der Hornberg nicht ruhen ließ. So entstanden hier beispielsweise sein Katechismus mit Erklärungen (700 Seiten und 7 Auflagen) und sein Kommentar zum Propheten Jesaja. Die Zusage des Herzogs, als Stuttgarter Stiftsprobst Cheftheologe Württembergs zu werden, hatte er quasi schon in der Tasche, was auch nach dem Tod Herzog Ulrich‘s 1550 unter dessen Sohn Christoph so blieb!

Immer wieder wagte JB auch kurze Reisen, z.B. um seine verwaisten Kinder zu sehen … oder um ein 2. Mal zu heiraten: Nämlich Katharina, die Tochter seines Haller Kollegen Johann Isenmann, die ihm weitere 13 Kinder zur Welt brachte und so die zahlreiche und bedeutende Nachkommenschaft möglich machte, zu der so namhafte Vertreter und Vertreterinnen gehören wie  Johann Albrecht Bengel, Ludwig Uhland, Wilhelm Hauff, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Ottilie Wildermuth, Hermann Hesse, Bert Brecht, Dietrich Bonhoeffer oder die Familie von Weizsäcker.

Dann endlich endete seine Flucht, endlich gabs den JB wieder namentlich (nicht nur „der deinige, den du kennst“): Durch den sog. Reichsabschied vom 13.02.1551 kam die protestantische Sache auf die Tagesordnung des Trienter Konzils! Fieberhaft bereitet JB das Württembergische Bekenntnis (die Confessio Virtembergica) vor, das wieder einmal die ganz eigene Handschrift von JB trägt: 

Es ist das einzige der reformatorischen Bekenntnisse, das einen eigenen Artikel zur Bibel enthält. Dafür enthält es keinerlei Verdammungsurteile: Es sei im Streit besser, das Gemeinsame statt das Trennende zu suchen!

Zwar blieb das Konzil von Trient ergebnislos, doch in der Berufung darauf, ein ordentliches Bekenntnis vorgelegt zu haben, ordnet Herzog Christoph am 30.6.1552 die Rückkehr zur Reformation, d.h. die völlige Abschaffung der Messe an!

JB wurde am 10.1. 1553 zum Probst und Pfarrer der Stuttgarter Stiftskirche ernannt. Endlich hatte er für sich und seine große Familie wieder einen festen Wohnsitz in der Propstei.

Während sich JB daraufhin nach Stuttgart aufmachte, um als neuer Stiftsprobst an der Seite von Herzog Christoph die württembergische Landeskirche zu entwerfen und nach Herzenslust und frei evangelisch zu predigen, machen wir uns jetzt auf nach Hornberg … in die dortige Hornberger Kirche! Wir gehen also einen Weg, den JB sicher oft ging - zwar nicht, um dort zu predigen, sondern um als Burgvogt pflichtschuldigst die Gottesdienste des Zwerenberger Pfarrers zu besuchen.

Station 7: Hornberger Kirche

Wir hoffen, dass ihr dieses Kleinod geöffnet vorfindet und einige stille Augenblicke in der Kirche verbringen könnt. Sucht euch einen Platz, an dem Ihr euch wohl fühlt. Nehmt euch kurz Zeit, den in der Kirche ausliegenden Flyer „Evangelische Kirche Hornberg“ zu lesen.

In dieser Kirche lauschte wohl der geflüchtete Haller Reformator Benz, der Burgvogt Ulrich Engster, dem Zwerenberger Dorfpfarrer. Er tat das anscheinend recht ausgiebig:  Es wird berichtet, dass der Zwerenberger Pfarrer die diesbezügliche Kritik des „Vogtes“ mit der Bemerkung vom Tisch gefegt habe, dass ja bekannt sei, dass Vögte nicht gerne in der Kirche, aber umso länger im Wirtshaus sitzen wollen. Doch als JB ihn während einer schweren Krankheit besuchte und mit eigenen Predigten tröstete, wird er seinen Irrtum schnell erkannt haben.

Dieser Burgvogt war einer, über den der württembergische Herzog seine Hand hielt und dem dieser für die Zeit nach dem „Interim“ alle Türen weit offenhielt. Kein Wunder – war JB in dieser Zeit europaweit so ein gefragter Mann, dass er Angebote von Magdeburg, von Preußen, ja sogar Dänemark und England erhielt.

Dennoch war und blieb seine Lage gefährlich, so dass er nur mit größer Vorsicht in der Öffentlichkeit agieren konnte. Sein Briefstil war deswegen geradezu konspirativ:  Namen und Orte deutete er nur an oder umschrieb sie, um nichts und niemanden am wenigsten sich selbst zu verraten. So nennt er beispielsweise Herzog Ulrich seinen „Abdias“ - nach Obadja, dem Hofmeister des biblischen Königs Ahab, der die Propheten des Herrn versteckte (1. Kön. 18,4) wie eben JB von seinem Herzog versteckt wurde. Auch sonst fühlte Brenz sich wie der Prophet Elia, insbesondere als er während seiner Hornberger Zeit inkognito nach Stuttgart reiste, um Kontakt zu seinen nach dem Tod seiner Frau verwaisten Kindern herzustellen: Dort angekommen, erfuhr er, dass der Kaiser eine Hausdurchsuchung angeordnet habe. Wieder heißt es für JB, sich zu verstecken. Er findet Zuflucht auf einem Dachboden. Und da kommt solch ein Ei ins Spiel:  Wurde der Prophet Elia am Bach Krit durch die Raben versorgt (1. Könige 17,2-6), so soll JB auf diesem Dachboden von einer Henne versorgt worden sein, die ihm täglich ein Ei gelegt habe. 

Wir laden euch nun ein, auf eurem Weg zur Mittagspause an der Hornberger Eiche, euch einmal an ähnliche Erlebnisse zu erinnern und Euch, wenn ihr wollt, über die Frage auszutauschen:  

Wo habe ich in meinem Leben unerwartet Hilfe oder Unterstützung erlebt? 

Für welche „Elia-Erfahrungen“, ob das nun Dinge oder Menschen waren, kann ich denn vielleicht dankbar sein?

Wer zufällig in seinem Lunchpaket ein Ei hat, kann das gerne in die Hand nehmen – dann fällt die Konzentration auf diese Fragen wesentlich leichter :)!

8.Station: Spiel- und Grillplatz „Zur Eiche“

Jetzt ist Gelegenheit, Pause zu machen!

Alle, die in der Gruppe unterwegs sind, laden wir ein, falls noch nicht geschehen von ihrer „Eiererfahrung“ zu erzählen und sich anschließend Ihr Vesper samt Ei schmecken zu lassen.

9. Station: Hornberger Eiche

Hoffentlich gut gestärkt, geht es jetzt weiter!

Sicher habt ihr bereits diesen genialen Baum bestaunt! Diese „Alte Traubeneiche“ ist ca. 450 Jahre alt und könnte am Ende des 30jährigen Kriegs, vielleicht als Friedenseiche, gepflanzt worden sein. Mit ihren 5,5 m Umfang, 25 Meter Kronendurchmesser und sicher mindestens so breitem Wurzelwerk ist sie die sicher eindrucksvollste Eiche im ganzen Landkreis.

Auch Psalm 1 malt uns das Bild eines gesunden Baumes vor Augen, der am Wasser gepflanzt gute Früchte bringt und vergleicht ihn mit einem Menschen, der begeistert Gottes Wort liest und danach lebt: „Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen,  der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.“ Psalm 1,3

JB war so ein fest verwurzelter Baum: Was er an Flucht und Kränkung erlebte, konnte ihn nicht umwerfen, weil er gute Wurzeln hatte!   Johannes Brenz fand seinen Halt - auch in unsicherer Zeit - in Gottes Wort. So beschäftigte er sich z.B. in seiner Hornberger Zeit mit den kernigen und motivierenden Worten des Jesajabuches und schrieb einen eigenen Kommentar dazu.

Wir möchten euch jetzt einladen, auf dem Weg bis zum Wäschbrunnen im Zwerchbachtal zu überlegen:

Wo sind meine Wurzeln? Was hält mich? Was tut mir gut?

Oder Ihr macht es wie Johannes Brenz und denkt über einen der folgenden Lebensworte aus dem Jesajabuch nach!

  • Das Gras verdorrt, die Blumen verwelken, aber das Wort unseres Gottes bleibt gültig für immer und ewig. Jes. 40,8 (L)
  • Den Erschöpften gibt er neue Kraft, und die Schwachen macht er stark. Jes.40,29(L)

  • Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. Jes. 41,10 (L)

  • Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.  Jes. 54,10 (L)

  • Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch! … Sucht den HERRN, solange er zu finden ist; ruft ihn an, solange er nahe ist.  Jes. 55,1.6 (L)

  • Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Jes. 66,13 (L)

10. Station: Wäschbrunnen

Ein besonderer Brunnen für besondere Zeiten: Der Wäschbrunnen war … 

  • letzte Reserve für Hitze- und Trockenzeiten;
  • Wasserstelle und Waschplatz, wenn die Brunnen und Zisternen in Hornberg oder Zwerenberg ausgetrocknet waren;
  • ein Lebensort, Überlebensort – so wie es die Burg Hornberg für JB war; so wie die Beschäftigung mit Gottes Wort und das Gebet Kraftquellen für ihn waren.

Viele Autoren der biblischen Bücher teilen diese Erfahrung:

  • Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Offenbarung 21,6.
  • Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Jesaja 55,1

Es war und ist ein, wenn nicht der Grundansatz des evangelischen Glaubens, dass wir Gottes Gnade, einen offenen Himmel, also LEBEN nicht anders als umsonst, geschenkt bekommen. Dieser Botschaft hat JB sein Leben gewidmet!

Wir laden euch ein, eure Wasserflaschen mit dem kühlen und klaren Wasser des Wäschbrunnens zu füllen! Und dann geht’s zum letzten Aufstieg nach Zwerenberg!

Beim Aufstieg werdet ihr den ehemaligen „Totenweg“ überqueren, auf dem die Verstorbenen des Kirchspiels Ebhausen (z.B. Zwerenberg, Hornberg, Aichhalden, Aichelberg, Enzklösterle …) außerhalb der Ortschaften zur Beisetzung auf geweihtem Boden nach Ebhausen gebracht wurden. 

11. Station: Zwerenberger Kirche

Bitte beachtet die Infos im Schaukasten der Evangelischen Kirchengemeinde zu Kirchenschlüssel und Toilettenbenutzung!

Setzt euch in der Kirche so, dass ihr das Altarbild gut auf euch wirken lassen könnt. Wo bleiben deine Augen hängen? Was spricht dich an?

Wir haben viele Höhenmeter, einen steilen (Brunnen)Weg bewältigt, um hierher in die Kirche zu kommen. Als JB 1553 zum Stiftsprobst in Stuttgart ernannt worden war, um an der Seite von Herzog Christoph die Reformation Württembergs und die Evangelische Landeskirche Württemberg zu entwerfen, hatte auch er manch „steilen Weg“ hinter sich gebracht.

Auch das Altarbild des Stuttgarter Künstlers Wolf-Dieter Kohler (1959)  zeigt einen steilen, harten Weg, der doch zu einem Brunnenweg wird: Es ist der Weg des Menschen vom Paradies -Versuchung, Fall und Tod- auf der linken Seite,  bis zur Siegesfahne, die der Auferstandene über den Gräbern schwenkt.  Der Weg dorthin, der Weg zur Quelle des Lebens führt Jesus Christus, den Menschensohn, ans Kreuz. Die Hand Gottes darüber weist genauso wie die Taube als das Symbol des Heiligen Geistes auf das Kreuz!  Denn hier ist die Quelle für neues und ewiges Leben, das gute Früchte bringt. So steht neben dem Baum der Erkenntnis, dem Ort Todes, das Kreuz als Baum des Lebens, von dem die Quelle entspringt. So gibt das Bild stumm aber eindringlich die Botschaft Jesajas weiter: Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Jesaja 55,1. Darum richtet der Auferstandene seinen Blick auf die Kanzel, weil sie Quelle des lebendigen Wortes Gottes ist.

Ein Bild, das auch von JB gemalt sein könnte, war er und blieb er doch ein leidenschaftlicher Prediger – nicht nur an Sonn- und Feiertagen, sondern auch an den Werktagen, an denen er - ganz modern -  Gottes Wort in „Serie“ predigte! Als JB am 10. September 1570 in Stuttgart starb, wurde er wunschgemäß unter der Stiftskirchenkanzel beerdigt. Jakob Andreä gegenüber, Kanzler der Tübinger Universität und Weggefährte von JB, bemerkte er einmal: Hier wolle er darüber wachen, dass von dieser Kanzel für immer die wahre biblische Lehre verkündigt werde. Sollte das nicht geschehen, dann käme er heraus und würde dem Prediger zurufen: „Du lügst!“.

Zu Recht kann man darum bis heute den Wahlspruch der Reformation an der Außenwand der Stiftskirche in Stein gemeißelt finden: VERBUM DOMINI MANET IN AETERNUM - Gottes Wort bleibt in Ewigkeit!

12. Station: Ausblick auf die Schwäbische Alb

An dieser Stelle wollen wir nicht nur den Aus- und Weitblick auf die Schwäbische Alb genießen, sondern auch den Weitblick, den - im besten Sinne – „politischen“ Gestaltungswille, den JB auszeichnete: Nach all den z.T. stressigen und demütigenden Jahren der Flucht, zog er sich nicht zurück, sondern nutzte seine Möglichkeiten, um ‚der Stadt Bestes zu suchen‘ (Jeremia 29,7).

Sein Amtszimmer in der Alten Kanzlei war dazu mit einem äußerst hilfreichsten Kommunikationsmittel ausgestattet: Einer Brücke, die ihn ohne lästige Vorzimmer direkt ins Schloss zum Herzog brachte. Aus dieser engen Zusammenarbeit resultiert die „Große württembergische Kirchenordnung“ von 1559, die nicht nur Württemberg, die Württembergische Landeskirche auf ein gutes, tragfähiges Fundament stellte, sondern auch weltweit Nachahmer fand.

Einige Beispiele für den Weitblick, mit der diese Kirchenordnung unterwegs war:

  • Sie ordnet Schulpflicht für alle an;
  • in Glaubensfragen soll es (anders als noch im Augsburger Bekenntnis) keine Verdammungsurteile, keine Gewalt geben: Wer beispielsweise der „Hexerei“ angeklagt sei, brauche einen Pfarrer oder einen Arzt, aber keinen Henker!
  • in allen Kirchengemeinden sollen „Armenkästen“ eingerichtet werden, aus dem die Bedürftigen versorgt werden konnten.

Letzteres zeigt, dass für JB ganz biblisch Gottes- und Nächstenliebe nur 2 Seiten einer einzigen Münze sind!

Apropos Münze: Damit nicht alle Armen aus ganz Europa z.B. in Zwerenberg vorbeikamen, wurde den ortsansässigen Armen eine Blechmarke ausgehändigt, mit der sie bei ihrem „Heiligenpfleger“ eine Unterstützung bekommen konnten. Das war nicht nur die Geburtsstunde für die württembergische Diakonie, sondern auch für den urschwäbischen Ausdruck des Erstaunens „Heiligs Blechle!“ Diese ersten Sozialkassen waren Konsequenz der evangelischen Variante der Heiligenverehrung von JB: Mit Geld, Hilfe oder anderem sollen die jetzt lebenden Heiligen verehrt werden, … arme, bedürftige, unterdrückte Leute!

(in Planung:) Wenn der Vorrat nicht verbraucht ist, findest du in dem Kästchen an der Bank ein Heiligs Blechle – als Erinnerung an den Brenzweg UND als Motivation, darüber nachzudenken, wer vielleicht auf deine Hilfe wartet - sprich, welchen lebenden Heiligen du verehren kannst!

13.Station: Schildmauer

Ihr seid fast am Ziel! Nehmt euch einen Augenblick Zeit, diese beeindruckende Schildmauer zu bestaunen, die das Bernecker Schloss im Mittelalter fast uneinnehmbar machte. Sie ist ein starkes Bild für die Geborgenheit, die JB nicht nur in seiner Zuflucht, der Burg Hornberg fand, sondern vor allem in seinem Glauben an den lebendigen Gott – so wie es bereits der Beter des 91.Psalms erfahren hatte:

  • Gottes Wahrheit ist Schirm und Schild, dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht, vor dem Pfeil, der des Tages fliegt …  Der HERR ist deine Zuflucht. 
  • Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen … .

Zuflucht, Schild und Burg sind nicht nur bis heute starke Symbole, sie blieben es auch im Leben des Stiftsprobstes Johannes Brenz: Viele Jahre konnte er mit der Fautsburg im oberen Enztal ein Ritterlehen sein Eigen nennen. 

Machen wir also (in Gedanken) ein Selfie mit uns und der Schildmauer und denken daran: Auch wenn uns so manches in den Rücken fallen, Pfeile auf uns abgeschossen werden und wir eine Burg brauchen: Gott ist unsere Zuflucht – er ist nie weiter von uns entfernt als ein Gebet!

14.Station: Evang. Laurentiuskirche Berneck

Willkommen am Ziel unseres Schwarzwälder Pilgerweges - in der Evangelischen Laurentiuskirche aus dem Jahr 1490.

Wenn ihr noch Zeit und Muße habt, dann nehmt euch das ausliegende Faltblatt zur Geschichte der Kirche mit an euren Platz und lasst diesen Ort und seine Geschichte auf euch wirken.

Unser Brenzweg ist hier an seinem Ziel und Ausgangspunkt, denn Balthasar III. von Gültlingen, dessen Loge sich oberhalb der Kanzel befindet, war in der Zeit, die JB hier im Schwarzwald verbrachte, als Landesvogt die rechte Hand des Herzogs und so nicht nur mitverantwortlich, dass Brenz vor seinen Verfolgern auf der Burg Hornberg versteckt werden konnte, sondern auch, dass sich sein Traum von einer eigenen Burg mit der Fautsburg erfüllte.

Wir hoffen, ihr hattet einen guten, erlebnis- und erfahrungsreichen Weg, den ihr nun – leise oder laut – mit dem Liedvers aus dem Taizégebet beschließen könnt, der sich hinten auf dem Pilgerausweis befindet:

Meine Hoffnung und meine Freude,

meine Stärke, mein Licht: Christus, meine Zuversicht,

auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht,

auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.

Melodie und Satz: Jacques Berthier, Taizé 1989

Wegbeschreibung

  1. Euer Weg geht vom Pavillon am See ca. 600m entlang der K4335, die ihr in der Rechtskurve vor der Köllbachbrücke überquert, um auf dem Wanderweg Richtung Baiermühle zu bleiben.
  2. Nach der ersten Trinkpause geht ihr ca. 700m leicht ansteigend bis zu einem Hochsitz mit freiem Blick auf das Köllbachtal.
  3. Vor uns liegen nun 1 ½ nicht nur für echte „Schwarzwälder“ gut zu bewältigende Kilometer - ohne Abzweigungen.
  4. Auf einem leicht zu übersehenden Zickzackweg gehts rechts hinab zum Köllbach, den wir mit Hilfe der Steine überqueren.
  5. Wir überqueren die Wiese entlang des Zwerchbaches, gehen links 100 m Richtung Baiermühle, überqueren die Straße und folgen dem Bergweg zur Burg Hornberg.
  6. Wir gehen 250 m dem Johannes-Brenz-Weg entlang, bevor unser Weg rechts abzweigt und durch das Buschwerk auf einem Wiesenweg führt, auf dem wir nach einem halben Kilometer die Ortsmitte von Hornberg mit unserer nächsten Station, die kleine aber feine Hornberger Kirche, erreichen.
  7. Beim Verlassen der Kirche halten wir uns rechts und folgen ca. 200m der K 4336 durch den Ort. Bei der Hausnummer 20 biegen wir rechts in den dritten Gartenweg ein und folgen diesem 800 m bis wir auf den geteerten Weg stoßen. Dort halten wir uns links bis wir auf der Hornberger Höhe wieder auf die K 4336 stoßen. Wir halten uns rechts und erreichen nach weiteren 200m den Spiel- und Grillplatz „Hornberger Eiche“.
  8. Mittagspause auf dem Spiel- und Grillplatz, danach setzen wir und einen Augenblick unter die Eiche.
  9. Zunächst gehen wir 250 m zurück auf die Hornberger Höhe und halten uns dort links, folgen dem geteerten Weg entlang der terrassenförmig angeordneten „Hufe“ – jeweils im Besitz einer Hornberger Familie. Nach 650 m halten wir uns an einer T-Kreuzung rechts und biegen nach weiteren 400 m scharf links hinab ins Zwerchbachtal. Nach einem knappen Kilometer überqueren wir den Talweg und finden etwas versteckt 10 m weiter den Wäschbrunnen samt einer Hinweistafel.
  10. Vom Wäschbrunnen gehen wir rechts weg und folgen nach wenigen hundert Metern – ebenfalls rechts – dem „Brunnenweg“, der uns nach 750 Metern Aufstieg an den Ortsrand von Zwerenberg führt. Nach weiteren 750 Metern haben wir in der Ortsmitte die Zwerenberger Kirche, die „Kathedrale des Nordschwarzwalds“ erreicht.
  11. Wir halten uns links und folgen von jetzt an meist leicht abfallend 1 km erst der Bernecker, dann der Zwerenberger Straße bis wir nach einem kurzen Waldstück einen weiten Ausblick über das Nagoldtal Richtung Schwäbische Alb genießen können.
  12. Wir folgen weiter der Zwerenberger Straße und kommen nach 2,8 km zum Bernecker Schloss mit seiner eindrücklichen Schildmauer.
  13. Auf den letzten 100m über die Kirchgasse zur Laurentiuskirche überquert Ihr den Marktplatz der alten Stadt Berneck! 
  14. Von der Laurentiuskirche geht der Weg über die Schlosssteige hinunter nach Berneck.

     

Tipp des Autors

Wer in Berneck noch Zeit und Muße hat, der kann die Wanderung im Hotel und Gasthof Rössle ausklingen lassen oder nebenan im Mühlenladen der Getreidemühle noch einiges Leckeres einkaufen.

... und wer sich generell mit der Besiedelung des Nordschwarzwalds im 11. bzw. 12. Jahrhundert beschäftigen will, dem sei folgende Literatur empfohlen:

Sönke Lorenz (Hrsg.): Der Nordschwarzwald. Von der Wildnis zur Wachstumsregion. Markstein-Verlag, Filderstadt 2001

Sicherheitshinweise

Der Handyempfang ist im Köllbach- und Zwerchbachtal, also auch in Berneck, sehr eingeschränkt.

Anfahrt

Berneck erreicht man von Freudenstadt  kommen über die L 352,  ab Altensteig in Richtung Nagold über die L 362: 500m nach Altensteig 2x links abbiegen;

von Nagold her über die L 362: 4km nach Ebhausen, rechts und gleich wieder links Richtung Berneck;

von Calw über Neubulach (L 348) nach Wart: 3,5 km nach Wart rechts Richtung Berneck.

In Berneck biegt man vor dem Hotel Rössle links ab und erreicht nach 250 m die Parkmöglichkeiten beim Seepavillon.

Parken

Berneck: Rathaus und direkt am See-Pavillon.

Öffentliche Verkehrsmittel

Anreise mit Linienbus

Der Startort Berneck wird von den

  • VBN Verkehrsbetriebe Nagoldtal GmbH und
  • BVN Busverkehr Nordschwarzwald GmbH

angefahren.

Die aktuellen Fahrpläne sind unter

www.vbn-bvn.de/linienverkehr/aktuelle-fahrpläne

einsehbar.

Höhenprofil:
Schwierigkeit mittel
Länge14,1 km
Aufstieg 380 m
Abstieg 383 m
Dauer 6:30 h
Niedrigster Punkt453 m
Höchster Punkt704 m
Startpunkt der Tour:

Pavillon am Bernecker See

Zielpunkt der Tour:

Evang. Laurentiuskirche Berneck

Eigenschaften:

Rundtour Einkehrmöglichkeit

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Weitere Infos

Für Gruppen: Spiel-und Grillplatz Hornberger Eiche bitte reservieren über:

BÜRGERBÜRO & STADTINFORMATION ALTENSTEIG

Telefon: 0 74 53 94 61 - 211

E-Mail: buergerbuero@altensteig.de

Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald