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BZ-Serie Die schönsten Fahrradtouren - Immer Richtung Genuss

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Von Freiburg über Staufen und Sulzburg an den Rhein. Von BZ-Autorin Petra Kistler

Zweites Frühstück in Staufen
Zweites Frühstück in Staufen - © Autor: Petra Kistler, Quelle: Kistler/ Badische Zeitung

Beste Jahreszeit

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Startpunkt der Tour:

Freiburg, Basler Tor

Zielpunkt der Tour:

Freiburg, Basler Tor

Beschreibung

Keine Angst vor Anstiegen! Das haben wir beim ersten  Versuch mit dem E-Bike gelernt. Bei der zweiten Testtour  legen wir noch eine Schippe drauf: Wir versuchen es mit einem S-Pedelec. S steht für schnell, ein S-Pedelec ist  ein  schnelles E-Bike. Die Elektronik stellt die Unterstützung  nicht bei Tempo 25 ab, sondern geht bis  40 Kilometer in der Stunde mit.

Für alle Bedenkenträger:  Ja, wir fahren mit Hilfe. Nein, das Rad fährt nicht von allein. Unterstützung leistet der Motor erst, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Je stärker der Antritt, umso höher ist die Unterstützung.

Start ist am Basler Tor in Freiburg. Die erste Etappe führt durch das Hexental nach Staufen. Von Anfang an geht es bergauf. Erst sacht, hinter Au wird es  für Gelegenheitsradfahrer giftiger: 134 Höhenmeter müssen erklommen werden. Was kümmert’s?  Aufrechtsitzend treten wir in die Pedale und erleben das Vergnügen, mit gut 20 Stundenkilometern den Buckel hochzuschweben. Mit Ausnahme der Ortsdurchfahrt von Bollschweil verläuft die Route über Ehrenkirchen nach Staufen auf geteerten, breiten und gut ausgeschilderten Fahrradwegen.

Korrekt war dies nicht. Rechtlich gesehen sind S-Pedelecs keine Fahrräder, sondern Kleinkrafträder. Für sie gelten eigene Spielregeln: Der Fahrer muss ein Versicherungskennzeichen anbringen, benötigt mindestens einen Mofaführerschein, zudem gilt Helmpflicht.

Viel wichtiger (und ärgerlicher) ist aber: Radwege dürfen mit S-Pedelecs nicht benutzt werden. Nicht einmal außerhalb von geschlossenen Ortschaften. Die schnellen Fahrräder sind auf der Straße aber auch nicht gut aufgehoben. Die theoretisch möglichen 45 Stundenkilometer erreicht nicht jeder Fahrer jederzeit, die meisten bewegen sich im Bereich zwischen 30 bis 35 Stundenkilometer. Mit dieser Geschwindigkeit kann ein Radler den Autoverkehr durchaus behindern – und sich in Gefahr bringen. Wer sich gesetzeskonform verhält und den parallel verlaufenden Radweg ignoriert, wird von den Autofahrern scheel angesehen. Denn optisch unterscheiden sich S-Pedelecs nicht von den 25-km/h-Pedelecs. In 35 Minuten von Freiburg nach Staufen – und das, ohne sich zu verausgaben.  Dafür belohnen wir uns mit einer kurzen Kaffeepause im morgendlich verschlafenen Staufen.   Schließlich steht  dieser Tag unter dem Motto Genusstour.

Weiter geht es über Grunern und Ballrechten-Dottingen  nach Sulzburg. Wer Abkühlung sucht, kann einen Besuch im Naturschwimmbad am Ende des Sulzbachtals einplanen. Wer sich für Kultur und Geschichte interessiert, sollte  St. Cyriak besuchen. Die ottonische Kirche  wird 993 erstmals urkundlich erwähnt und gilt als eine der ältesten Kirchen Deutschlands. Wir holen uns Appetit bei der Lektüre der Speisekarte des „Hirschen“, blicken auf das Sportoutfit – und treten wieder in die Pedale in Richtung Laufen. Also zurück zum Ortseingang von Sulzburg, am Kreisel nach dem Ortsverkehr links, die zweite Abzweigung  links – ein Wirtschaftsweg führt bergauf, bergab, mitten durch die Reben nach Laufen.

„Bist du schon Sport?“ – „Nein, ich fahre Eco!“ –  „Schaffe ich nicht!“ – „Wenn es flach ist und bergab, schalte ich ganz aus!“ Diesen klassischen  E-Biker-Dialog werden wir an diesem Tag noch häufiger führen.

Eine Verschnaufpause brauchen wir nicht, aber die Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin in Laufen ist immer einen Besuch wert. Wie gut, dass wir  Fahrradkörbe mithaben. Zwei Töpfchen Oregano aus Kreta landen, gut verpackt, auf dem Gepäckträger. Und weiter geht’s nach Britzingen, wo wir uns im rundum empfehlenswerten Gasthaus „Hirschen“ stärken. Wir brauchen Energie  für die nächste Etappe, die uns vom Markgräflerland an den Rhein und zurück nach Freiburg führt. Dattingen, St. Ilgen und Zienken sind die nächsten Etappenorte. Ein abgelegener Wirtschaftsweg führt über das Gewann Himmelsstiege in Richtung Rhein. Auf der Höhe von Neuenburg steigen wir in den Rheinradweg ein. Der Schotterweg führt immer am Wasser entlang in Richtung Breisach. Plötzlich herrscht Verkehr.  Etliche Trüppchen sind auf dem Radweg unterwegs. Auf der flachen Strecke schaffen wir ohne Mühe 30 Kilometer pro Stunde, doch nach kurzer Zeit vermissen wir die  Anstiege. Kurzentschlossen biegen wir an der Abzweigung „In der Rheinaue“ rechts ab in Richtung Hartheim und entdecken am Straßenrand verführerische Beeren zum Selberpflücken. Wir sind am Hardthof der Familie Pfrengle gelandet, die einen wunderbaren Bauernladen führt.  Und siehe da, der Fahrradkorb füllt sich schon wieder.  

Gut 20 Kilometer liegen noch bis Freiburg vor uns. Die Tour geht langsam in die untrainierten Beine. Von Pfaffenweiler an wird nicht mehr unbedarft auf „Sport“ geschaltet. Diese  Einstellung lutscht bei einer Tagestour doch ordentlich am Akku. Und nichts erscheint schlimmer als die Vorstellung, das – mittlerweile schwer beladene – Fahrrad durch die Rebberge  zu schieben. Also lieber ein bisschen im „Eco“ quälen. Der Akku reicht.

Höhenprofil:
Schwierigkeit mittel
Länge78,7 km
Aufstieg 440 m
Abstieg 440 m
Dauer 5:30 h
Niedrigster Punkt197 m
Höchster Punkt401 m
Startpunkt der Tour:

Freiburg, Basler Tor

Zielpunkt der Tour:

Freiburg, Basler Tor

Eigenschaften:

Rundtour Einkehrmöglichkeit

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Weitere Infos

Alle Beiträge der Serie finden Sie unter mehr.bz/fahrradtouren

Schwarzwald Tourismus GmbH