Spitzenstrom aus dem Schwarzwald oder wie kommt das Wasser vom Rhein in den Schluchsee
Wasserkraft spielt im Schwarzwald seit altersher eine wichtige Rolle. Früher wurden über Wasserräder viele Kornmühlen und Hammerwerke angetrieben. Heute wird der Wasserreichtum dazu genutzt, umweltfreundlichen Strom zu erzeugen: in elf Laufwasserkraftwerken, zwischen Schaffhausen und Basel entlang des Hochrheins.
Sie liefern ständigen Grundstrom während im Hotzenwald und Hochschwarzwald durch Pumpspeicherkraftwerke hochwertiger Spitzenstrom erzeugt wird. Im Rickenbacher Energiemuseum wird das Prinzip anschaulich erläutert.
Die Pumpspeicherkraftwerke der Werksgruppen Schluchsee und Hotzenwald arbeiten nach folgendem Prinzip: Aus künstlich aufgestauten oder angelegten Speicherseen wird im Bedarfsfall (Spitzenzeiten) aus großer Höhe Wasser über Druckstollen auf Turbinen geleitet. Die Fallhöhe beträgt beispielsweise vom Schluchsee zum Kraftwerk Häusern (1. Stufe) 200 Meter. Die Differenz vom Hornbergbecken im Hotzenwald zur Kraftwerkskaverne bei Wehr beträgt sogar über 400 Meter. Diese Kraftwerke ermöglichen einen unmittelbaren Ausgleich für die tageszeitlichen Schwankungen des Energiebedarfs, weil die gespeicherte Energie in Form der Wassermassen in den Speicherbecken jederzeit und sofort abrufbar ist. Der damit erzeugte Strom kann dann in das deutsche und europäische Stromnetz eingespeist werden. Das Anfahren der Turbine vom Stillstand auf volle Leistung dauert im Kraftwerk Wehr zum Beispiel nur rund eineinhalb Minuten.
Im Schluchsee ist auch Rheinwasser
Pumpspeicherbecken im Ortsteil Hornberg, fantastische Aussicht auf das Rheintal und die schweizer Alpen
Hotzenwald, Hornbergbecken
Mit überschüssigem Strom aus anderen Kraftwerken wird in der Regel nachts Wasser aus dem Rhein in die Speicherbecken über den Druckschacht zurückgepumpt, da der natürliche Zufluss nicht ausreichen würde. Die Werksgruppe Schluchsee mit den Kraftwerken Häusern, Witznau und Waldshut und den fünf dazu gehörenden Stauseen, die durch ein Stollenleitungssystem miteinander verbunden sind, nutzen die Gesamtfallhöhe von 620 Metern vom Schluchsee bis zum Hochrhein aus. Eine Variante stellen die beiden Kavernenkraftwerke Bad Säckingen und Wehr mit den dazu gehörenden Speicherbecken auf dem Eggberg und Hornberg der Kraftwerksgruppe Hotzenwald dar. Hier sind die Kraftwerke mit den Turbinensätzen in riesigen unterirdischen Kavernen unter dem Hotzenwaldmassiv untergebracht.
Ausführliche Informationen:
Schluchseewerk AG
Besichtigung für Einzelpersonen und Gruppen
Kavernenkraftwerk Bad Säckingen
(Kraftwerksgruppe Hotzenwald)
Besichtigung jeweils mittwochs 14 Uhr (außer an Feiertagen), Eintritt frei. Programm: Tonbildschau – Einfahrt in die Kaverne durch den 1,5 km langen Zufahrtsstollen – Gesamtdauer: ca. zwei Stunden. Treffpunkt: Info Center am Kraftwerk Bad Säckingen, Stollenweg 2
Kraftwerk Häusern
(Kraftwerksgruppe Hochschwarzwald)
Besichtigung jeweils donnerstags 14 Uhr (außer an Feiertagen), mit Tonbildschau und anschließender Führung durch das Kraftwerk
Anmeldung für Gruppenführungen für beide Kraftwerke:
Telefon 00 49 (0) 7 61 / 21 83 – 252
Telefax 00 49 (0) 761 / 2183 – 299
Besichtigung nur für Gruppen auf Anmeldung
Kavernenkraftwerk Wehr
(Kraftwerksgruppe Hotzenwald)
Telefon 00 49 (0) 7 61 / 21 83 – 252
Telefax 00 49 (0) 761 / 2183 – 299









