Memento mori - Der Bleibacher Totentanz
Ein Magnet nicht nur für kunsthistorisch Interessierte - Die Kirche St. Georg in Bleibach, die sich schon von außen in eigenwilliger Form dem Betrachter präsentiert. Einmalig im süddeutschen Raum ist jedoch die Totentanz-Darstellung in der Beinhauskapelle
Die Kapelle, die der Pfarrvikar Martin Schill 1720 neben der Kirche bauen ließ, diente bis ins 18. Jahrhundert als würdige Aufbewahrungsstätte der Gebeine, die auf dem Friedhof ausgegraben wurden, um Platz für weitere Bestattungen zu schaffen. 1723 wurde in dieser Kapelle vom Kirchenmaler Johann Winter ein Totentanz auf das Tonnengewölbe aus Tannenholz gemalt. Er ist dem Basler Totentanz nachempfunden, von dem noch wenige Teile in einem Museum erhalten sind. Die 34 Bilder sind nach den Ständen der damaligen Zeit geordnet und mit Spruchbändern versehen, die das ausdrücken, was der Tod den Betroffenen in Versen zu sagen hat. Der Todesreigen in der Bildersprache macht deutlich, dass der Tod niemand vergisst. Die passenden Worte zum Totentanz wurden wahrscheinlich vom österreichischen Edlen von Scherer verfasst. Er wurde von seiner Familie wegen seines Übertritts zur katholischen Kirche verstoßen und kam zunächst nach Freiburg bevor er eine Anstellung als Lehrer in Bleibach fand.
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