Ein geschichtsträchtiger Trank
Dem "Eisernen Kanzler" Otto von Bismarck wird folgender Spruch in den Mund gelegt: "Es gibt Augenblicke, in denen ein gutes Bier tröstlicher ist als der beste Wein!". Das werden sich wohl auch die Schwarzwälder gedacht und begonnen haben, neben dem Weinkeltern das Bierbrauen zu kultivieren. Als eine der ersten wurde 1791 im Hochschwarzwald die Rothaus Brauerei gegründet.
Frühe Hochkulturen
Die ersten Berichte über bierartige Getränke gehen sogar ins vierte vorchristliche Jahrtausend zurück. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass Brot, das nass geworden war und zu gären begonnen hatte, den Anstoß zur bewussten Herbeiführung des Gärungsprozesses für die Herstellung eines alkoholischen Getränkes gegeben hat.
Die frühesten Nachweise für Bier gibt es aus Mesopotamien. Die ältesten Überreste von Bier, die aus einer Zeit von 3500–2900 v. Chr. stammen, wurden vor kurzem im heutigen Gebiete des West-Iran entdeckt. Ähnlich alt, aus der Zeit des 34. Jahrhunderts vor Christus, sind Funde aus Hieraconpolis in Oberägypten.
Klosterbrauereien
Klöster spielten bei der Bierherstellung im Mittelalter eine bedeutende Rolle. Viele heute bekannte Biermarken sind nach Ordensgemeinschaften benannt, wie zum Beispiel Paulaner, Franziskaner oder Augustiner. Zunächst wurde Bier nur im süddeutschen Raum hergestellt, war später aber so beliebt, dass es in ganz Deutschland hergestellt wurde.
Im Mittelalter galt Bier auch als geeignetes Getränk für Kinder, da es damals einen geringeren Alkoholgehalt als heute hatte und das Bier durch das Kochen der Würze weitgehend keimfrei war, was man vom Wasser damals nicht behaupten konnte. Es war ebenfalls wegen seines hohen Kaloriengehalts eine wichtige Ergänzung der oft knappen Nahrung. Die Klosterbrauereien spezialisierten sich nach und nach auf die ausschließliche Verwendung von Hopfen, der nach und nach die "Grut", eine Mischung aus verschiedenen Kräutern, verdrängte.
Das Reinheitsgebot
Den meisten bekannt dürfte das 1516 vom bayerischen Herzog Wilhelm IV. erlassene Reinheitsgebot bekannt sein. Seit 1919 gilt es bis zum heutigen Tag für alle deutschen Bierbrauer und verlangt, dass zur Herstellung von Bier nur Gerstenmalz, Hopfen und Wasser verwendet werden dürfen.









