Heiligenbronn
Heiliger Brunnen als Namenspatron
Die Natur und ländliche Umgebung von Heiligenbronn wird nicht nur von den Bewohnern des Stadtteils geschätzt.
Schon seit dem 14 Jahrhundert kamen Pilger auf Wallfahrt zur „Schmerzhaften Mutter Gottes“, und haben Heiligenbronn geprägt und weithin bekannt gemacht. Ein „Heilige Brunnen“, der heilende Kräfte haben soll, war Namensgeber des Ortes. Den Brunnen gibt es heute noch, er steht in der Krypta der 1873 erbauten Wallfahrtskirche St. Gallus unter dem 1442 aufgestellten Gnadenbild der Schmerzensmutter. Das Wasser, das auch heute noch von vielen Menschen genutzt wird, trägt das Prädilat „sehr gut“.
Die Wallfahrt ist noch immer ein prägender Bestandteil des 630 Einwohner zählenden Stadtteils. Ein Schwesternteam der Franziskanerinnen des Klosters bietet für Wallfahrtsgruppen ein interessantes Besuchsprogramm mit geistlichen Impulsen und Führungen durch die Kirche und die Gnadenkapelle. In einem kleinen Wallfahrtsladen findet man eine Auswahl an religiösen Büchern, Bildern, selbst verzierten Kerzen, Kreuzen, Marien- und Franziskusfiguren, kleinen Ikonen, Karten und anderen christlichen Devotionalien.
Wer Heiligenbronn besucht, sollte sich auf jeden Fall die Ausstellung „Leben Jesu“ des peruanischen Künstlers Raul Castro im „Haus Lebensquell“ nicht entgehen lassen. Der Künstler lebte einige Jahre im Kloster und schuf zwischen 1987 und 1994 drei Figurenzyklen aus Ton, die vom Leben Jesu erzählen: Kindheit, öffentliches Wirken, Passion.
Neben dem Kloster hat die Stiftung St. Franziskus den Stadtteil Heiligenbronn sehr geprägt. In den beschützenden Einrichtungen mit Schulen, Wohnheimen, Internaten und Werkstätten leben und arbeiten rund 500 Menschen mit Behinderung, die von 450 Mitarbeitern betreut werden. Seit mehr als 150 Jahren sind Menschen mit Behinderung ein wesentlicher Teil des örtlichen Lebens – und die Stiftung St. Franziskus ist heute einer der großen Arbeitgeber in der Stadt. Wer möchte, kann vor Ort landwirtschaftliche Produkte, Backwaren oder auch Bürsten aller Größen und Formen aus der Bürstenmacherwerkstatt kaufen. Spannend ist ein Besuch im "Garten der Sinne". Hier kann man nachvollziehen, wie blinde und sehbehinderte Menschen ihre Umwelt erleben. Klanginsel, unterschiedliche Gesteinsschichten oder eine Duftbank sorgen dabei für ganz besondere Erfahrungen.












