Genießerpfad - Gernsbacher Sagenweg (Premiumweg)

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Technik 
Erlebnis 
Landschaft 

Rund um Gernsbach sowie und im gesamten Murgtal findet sich ein reicher Schatz an Sagen und Geschichten, die sich mit der Herkunft der Flur- und Ortsnamen beschäftigen. Sie geben aber auch einen Hinweis darauf, wie sich die Menschen in früherer Zeit Natur- und Himmels- erscheinungen erklärten.

Beste Jahreszeit

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Startpunkt der Tour:

Klingelkapelle

Zielpunkt der Tour:

Klingelkapelle

Beschreibung

Der ausgeschilderte Gernsbacher Sagenweg, der bei der Klingelkapelle (Schlossstraße, Klingelstraße, etwa 1 Kilometer in Richtung Obertsrot) beginnt, verbindet 5 Stationen, um die sich geheimnisvolle Sagen ranken und führt rund um den Gernsberg. Die Strecke ist einheitlich mit dem Symbol des Teufelchens ausgeschildert, ist auch auf der normalen Wanderwegbeschilderung zu finden und kann somit auch ohne Karte und Ortskenntnis begangen werden. An den jeweiligen Punkten sind Tafeln angebracht, die etwas über Herkunft und Besonderheit des Ortes aussagen.

Als sogenannter Genießerpfad ist der Gernsbacher Sagenweg mit dem Premiumsiegel ausgezeichnet worden. Durch die Zertifizierung mit dem Deutschen Wandersiegel zum Premiumweg wird die Qualität eines Wanderweges qualitativ messbar. Dabei wird eine Bewertung anhand eines sehr umfangreichen Kriterienkatalogs vorgenommen bei dem eine Stärken- und Schwächenanalyse möglichst genau und objektiv durchgeführt wird.

Wegbeschreibung

Der Gernsbacher Sagenweg führt auf überwiegend natürlichem Untergrund und ist mit einer Länge von 5,3 Kilometern trotz einzelner Anstiege bequem in 1,5 bis 2 Stunden reiner Gehzeit zu erwandern. Charakteristisch für ihn sind seine vielen schmalen, teils schon alpinen Pfade, die die einzelnen Stationen miteinander verbinden. Damit ist der Weg nicht für Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer geeignet, gutes Schuhwerk ist auf jeden Fall empfehlenswert.

Von der Klingelkapelle aus geht man, dem Symbol des Teufelchens folgend, an dem Grillplatz und an der Wassertretstelle vorbei und biegt schon gleich nach dem Teich links ab. Auf dem schmalen Zick-Zack-Pfad in Richtung Schloss Eberstein erreicht man schon auf halber Höhe die Aussichtsplattform der „Engelskanzel“. Dieser erste Aufstieg gehört zu den beschwerlichsten Teilen der Wanderung, deswegen nicht gleich den Mut verlieren. Der schöne Ausblick von der Engelskanzel (250 m ü. N.N.) entschädigt für die Anstrengungen.

Nach einer Verschnaufpause auf der Engelskanzel geht es den schmalen, alpinen Pfad, durch herrlichen Mischwald hindurch weiter hinauf in Richtung Luisenruhe. Man trifft auf den Hildaweg, einen breiten Grasweg, und folgt diesem bergaufwärts. Den Namen erhielt dieser Weg von der Gattin des Großherzogs Friedrich II., Hilda, Prinzessin von Nassau, die oft im Wald um Schloss Eberstein spazieren ging.

Von der „Luisenruhe“ aus, deren Namensgeberin übrigens Luise von Baden war, die Frau des vorletzten Großherzogs von Baden, Friedrich I. und eine Tochter des Kaisers Wilhelm I., geht man in Richtung „Wachtelweg“ auf dem Arboretum Schloss Eberstein, dem Baumkundlichen Lehrpfad. Er wurde 1965-1974 angelegt und versammelt neben einigen exotischen Raritäten etwa 40 Tannen-, 23 Birken-, 50 Eichen- und 60 Ahornarten. Eine ausführliche Beschreibung ist bei der Touristinfo Gernsbach erhältlich und sicherlich ist dieser Weg einen gesonderten Besuch wert.

Bei der nächsten Weggabelung am Wachtelweg bietet sich ein kleiner Abstecher hinauf zum Wachtelbrunnen an. Zusammen mit der Brunnenstube darüber, die über einen kleinen schmalen Pfad ein kurzes Stück weiter des Weges erreichbar ist, wurde das über viele Jahre in Vergessenheit geratene Bauwerk in mühevoller Handarbeit in über 400 Arbeitsstunden von Mitgliedern des Schwarzwaldvereins Gernsbach restauriert und aus seinem Dornröschenschlaf erweckt. Wilhelm IV. ließ im Jahre 1545 diese Brunnenstube unterhalb von Schloss Eberstein erbauen und davor einen kleinen Platz anlegen, über den schon im 16. Jahrhundert zu lesen war, dass die Herrschaften dort „vil kurzweil“ hatten. Auch heute lockt das idyllische Fleckchen zu einer kleinen Rast und nach 450 Jahren fließt das Quellwasser aus dem Gernsberg zur Erfrischung wieder an seinen Bestimmungsort, den Wachtelbrunnen.

Zurück am Wegweiser folgen wir dem breiten Grasweg hinunter bis zum unteren Standort „Wachtelweg“. Dort können Schwindelfreie einen weiteren Abstecher wagen und gelangen auf einem alpinen Pfad entlang an großen Rhododendronbüschen und 50 verschiedenen Kiefernarten zu dem beliebten Aussichtspunkt „Am Grafensprung“. Etwa nach 30 Gehminuten nach dem Start bei der Klingelkapelle ist man an diesem Aussichtspavillon, auf dem Husteinfelsen hoch über der Murg gelegen, angekommen.

Über den zuvor beschrittenen schmalen Pfad geht es zurück bis zur letzten Abzweigung. Von nun an führt der Sagenweg links den Berg hinauf bis zum Murgtalblick, einem Aussichtpunkt am Fuße der Weinberge. Ein paar Schritte weiter und man steht bereits vor der unteren Schlossmauer. Vorbei an seltenen Zierbäumen und -gehölzen geht es rechter Hand entlang des wichtigsten Bauwerks am Gernsbacher Sagenweges bis zum Eingangsportal von Schloss Eberstein. Vom Grafensprung aus benötigt man etwa 15 Gehminuten. Den hungrigen Wanderer erwartet die Schloss-Schänke mit badischen Köstlichkeiten. Besonders lecker schmeckt's auf der Platanenterrasse. Wer hier bereits seine Wanderung beenden möchte, für den ist der S-Bahn-Anschluss im Ortsteil Obertsrot hinunter durch die steilen Rebhänge in Richtung „Am Schlossberg“ nicht mehr weit.

Nach einer gemütlichen Rast begeben wir uns wieder auf den Sagenweg, ein kurzes Stück auf der oberen Schlossstraße entlang und folgen bald links einem Pfad hinauf. Oben angekommen, lädt einige Schritte weiter ein Felsvorsprung nochmals zu einem herrlichen Blick auf die Schlossanlage und die Umgebung ein. Wir halten uns weiter auf dem Höhenrücken des Schlosswaldes in Richtung „Am Zehntacker“ um dort gleich rechts auf einen kühlen Grasweg hinüber zur „Erzgrube“ zu wandern. Nach etwa 400 Metern öffnet sich auf der linken Seite ein finsterer Felsenschlund mit einem kleinen Loch, das jedoch nicht sehr weit in den Berg hineinführt. Die Erzgrube ist ein geheimnisvoller Platz, der mit der Geschichte der Zwerge vom Gernsberg sein literarisches Zeugnis erhielt. Der Stollen in diesem Gebiet des Gernsbergs gehört mit zu den Versuchen, die Erzvorkommen wirtschaftlich zu nutzen. Es wurden bereits in früheren Jahrhunderten im gesamten Murgtal Erzfunde ausgebeutet.

Auf dem so genannten Erdmännlespfad geht es weiter zum „Forlenkopf“. Von hier aus führt der Rundweg rechts hinunter und quert die Obere Schlossstraße am Straßendenkmal. Der Gedenkstein wurde nach der Fertigstellung der Straße errichtet, die unter Großherzog Leopold 1837 als Verbindung zwischen Schloss Eberstein und Baden-Baden geschaffen wurde. Noch heute besticht die Obere Schlossstraße durch ihre vorbildliche Trassenführung, und man darf die glanzvolle Leistung des Baumeisters Belzer, an diesem Steilhang eine Straße zu bauen, die auch unseren heutigen, modernen Anforderungen genügt, uneingeschränkt loben. Danach folgt der Weg bis zum Schilderstandort „Straßendenkmal“, dann rechts einem schmalen Pfad bergab bis zum „Hambrechtbrunnen“ und weiter zur „Schönen Aussicht“, die man neben einem kleinen Felsplateau natürlich auch genießen kann. Hier drängt sich ein Blick in den nahe gelegenen Rockertwald auf der gegenüberliegenden Murgseite geradezu auf.

Von hier aus ist es auch nicht mehr weit bis zum Ausgangspunkt unserer Tour. Wieder auf einem schmalen Pfad entlang geht es immer bergab, über die untere Schlossstraße hinweg, zurück zur Klingelkapelle. Mit einer gemütlichen Einkehr in einer der Gernsbacher Gaststätten kann man den Schlusspunkt der abwechslungsreichen Wanderung setzen. Weitere Informationen zu Wandermöglichkeiten und Freizeitaktivitäten erhalten Sie bei der Touristinfo Gernsbach.

Ausrüstung

Festes Schuhwerk

Tipp des Autors

Grafensprung mit Aussichtspavillon, Schloss Eberstein

Sicherheitshinweise

Schwindelfreiheit auf den alpinen Pfaden

 

Hinweis April/Mai 2016:

Bitte beachten Sie, dass der Weg im Moment durch Holzerntearbeiten in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Ertüchtigung des Weges kann leider noch ein paar Wochen dauern.

Anfahrt

A5, Ausfahrt Rastatt Nord, B462 bis Gernsbach

Parken

P+R Parkplatz Bahnhof, Parkplätze Kurpark (Igelbachstraße)

Öffentliche Verkehrsmittel

Der Sagenweg ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Ab dem Stadtbahn-Haltepunkt Gernsbach Mitte (Linie S8/S81) müssen Sie 10-15 Minuten Gehzeit in Richtung Kurpark, über die Ebersteinbrücke (Murginsel) und die Klingelstraße zum Einstieg in den Rundweg einplanen. Es bestehen keine direkte Parkmöglichkeiten, diese stehen beim Gernsbacher Kurpark (Igelbachstraße) zur Verfügung.

Höhenprofil:
Schwierigkeit mittel
Länge4,89 km
Aufstieg 194 m
Abstieg 193 m
Dauer 1.75 h
Niedrigster Punkt176 m
Höchster Punkt370 m
Startpunkt der Tour:

Klingelkapelle

Zielpunkt der Tour:

Klingelkapelle

Eigenschaften:

Premiumweg Deutsches Wandersiegel Rundtour familienfreundlich

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Tourkarte als PDF
Google-Earth
GPS-Track

Weitere Infos

www.sagenweg.de

Einkehrmöglichkeiten während der Tour:

Schloss-Schänke Schloss Eberstein, Tel: 07224 995950

am Ende der Tour zahlreiche Einkehrmöglichkeiten in Gernsbach. Eine Liste finden Sie hier: http://www.gernsbach.de/pb/,Lde/792872.html

 

 

Tourismus Zweckverband "Im Tal der Murg"